26.06.2026 – Mit dem Start der Batteriepass-Testumgebung „BatteryPass-Ready“ sollen Batterie-Hersteller und -Anbieter dabei unterstützt werden, sich auf den ab Februar 2027 EU-weit verpflichtenden Batteriepass vorzubereiten.
Ab dem 18.02.2027 muss jede Batterie, die als EV-, LMT- oder Industriebatterie (>2 kWh) in der EU in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird, einen digitalen Batteriepass besitzen. Damit sich die betroffenen Produzenten und Anbieter darauf vorbereiten können, wurde die neue Testumgebung für den Batteriepass online geschaltet. Vor allem Hersteller, Anbieter, Recycling-Unternehmen und Software-Dienstleister sollen mit dieser Anwendung prüfen können, ob ihre Datengrundlagen konform zu den EU-Standards sind und ihre Batteriepass-Lösungen interoperabel im Batterie-Ökosystem funktionieren.
Mit der nun gestarteten Testumgebung können die Unternehmen auf Vorlagen und Leitfäden zugreifen, ihre Daten plausibilisieren und die Funktionalitäten ihrer Speicherlösungen in den gängigsten elf Testszenarien prüfen. Die Prüfergebnisse spielt die Testumgebung direkt aus, sodass Anwendende schon in der Entwicklungsphase iterative Anpassungen der eigenen Lösung vornehmen können.
„Eine der größten Herausforderungen für Anbieter und Hersteller ist das sehr dynamische Umfeld: Regulierung, Standardisierung und Umsetzung des Batteriepasses laufen parallel. In der Testumgebung finden die Akteure ab sofort eine feste Anlaufstelle, die heute bereits die wichtigsten Testszenarien bereitstellt und kontinuierlich um neue Testszenarien erweitert wird. Das erlaubt es Unternehmen, ihre Lösungen rechtzeitig auf Vollständigkeit und Interoperabilität zu testen und anzupassen, ohne wertvolle Zeit zu verlieren“, erklärt Projektleiter Thomas Knothe, Leiter der Abteilung Geschäftsprozess- und Fabrikmanagement am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK).
Batterietyp validieren und prüfen
Zum Start können die betroffenen Unternehmen in der Testumgebung zunächst ihre Daten auf Vollständigkeit und EU-Konformität prüfen. Dabei unterscheidet das System je nach gewählter Batteriekategorie und deren unterschiedliche Anforderungen an die Datenattribute. Dazu zählen Batterien für Elektrofahrzeuge, Industriebatterien mit einer Kapazität von mehr als zwei kWh und Batterien für leichte Verkehrsmittel wie E-Bikes.
Neben der reinen Datenvalidierung steht das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure im Batterie-Ökosystem im Mittelpunkt der Anwendung: Die Testumgebung prüft, wie sich die Batteriepass-Lösung des Anwenders gegenüber anderen Akteuren verhält und stellt deren Anfragen über vordefinierte Szenarien nach. So prüft beispielsweise ein Szenario, wie das eigene System auf Datenabfragen externer Partner reagiert und ob die angeforderten Batteriepassdaten im beabsichtigten Umfang, im korrekten Format und im Einklang mit den jeweiligen Zugriffsrechten übermittelt werden.
Die Testumgebung verfolgt zudem das Ziel, weiße Flecken auf der Regulierungskarte zu identifizieren und Handlungsoptionen bereitzustellen, um Regulierungslücken oder -ungenauigkeiten zu beseitigen. (cp)
Die Testumgebung ist ab sofort hier abrufbar: https://batterypass-ready.gefeg.com/



