28.11.2025 – Eine Umfrage des BDEW unter ÜNB und VNB zeigt: Die angefragte Leistung für Großbatteriespeicher übersteigt die aktuell installierte Erzeugungsleistung deutlich.
In der Umfrage adressierte der BDEW die vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland sowie 17 große Verteilnetzbetreiber. Zusammen betreiben sie nach Verbandsangaben die Hälfte des deutschen Stromnetzes.
Deutliche Überzeichnung bei Netzanschlussanträgen

Aktuell liegen Netzanschlussanträge für Großbatteriespeicher ab einem MW Bruttoleistung mit einer Gesamtleistung von mehr als 720 GW vor. (Grafik: BDEW)
Das Ergebnis der Umfrage: Aktuell liegen Netzanschlussanträge für Großbatteriespeicher ab einem MW Bruttoleistung mit einer Gesamtleistung von mehr als 720 GW vor. Damit übersteigt dieser Wert die heute installierte Gesamtleistung (EE- und konventionelle Anlagen) von 263 GW deutschlandweit um mehr als das Zweieinhalbfache. Auch die derzeitige Jahreshöchstlast der Übertragungsnetze von circa 80 GW wird durch die Anfragen um das Neunfache überboten.
Zudem sind bereits Netzanschlüsse für Großbatteriespeicher in Höhe von mindestens 78 GW zugesagt. Dieser Wert liegt damit auch über den geplanten installierten Leistungen von Großbatteriespeichern, basierend auf dem Netzentwicklungsplans Strom (NEP) in den Szenarien A und B für 2037 und 2045 (2045: mindestens 50 GW).
„Die Netzanschlussbegehren für Großbatteriespeicher sind so stark gestiegen, dass es hier neuer Regeln bedarf. Es muss sichergestellt werden, dass auch andere Netzkunden zu ihrem Recht kommen. In den hohen und mittleren Spannungsebenen ist Netzkapazität angesichts hoher Bedarfe von Großverbrauchern wie etwa Rechenzentren, Großwärmepumpen, E-Ladeinfrastruktur und Industrie zu einem knappen Gut geworden“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
„Speichertechnologien sind zwar ein unverzichtbarer Bestandteil eines modernen Energiesystems. Durch die zeitliche Verschiebung von Erzeugung und Bereitstellung des Stroms können sie Last- und Erzeugungsspitzen glätten, und sind geeignet die Effizienz zu steigern und die Versorgungssicherheit erhöhen. Aber sie müssen sich in das Gesamtsystem einfügen“, ergänzt Andrae.
Die 57-Jährige plädiert für eine schnelle Anpassung der Kraftwerksnetzanschlussverordnung (KraftNAV), bei der Großbatteriespeicher mit einer Nennleistung ab 100 MW künftig ausgenommen werden. „Zugleich müssen transparente Netzanschlussverfahren etabliert werden, die die aktuelle Knappheitssituation in den Netzen besser berücksichtigen als das etablierte First-come-first-served-Verfahren. Netzkapazität sollte nach volkswirtschaftlichen Kriterien effizient vergeben werden, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt. Aber auch Überbauung, flexible Netzanschlussvereinbarungen oder Reservierungsverfahren müssen künftig eine größere Rolle spielen“, schließt Andrae ab. (cst)
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