25.09.2026 – Erkenntnisse einer Kurzstudie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik zeigen: Intelligent gesteuerte Batteriespeicher könnten die Leistungen von Umspannwerken besser nutzbar machen.
Im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft hat das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) die Kurzstudie „Mehr PV durch intelligente Batteriespeicher an Umspannwerken – Wie bestehende Transformatorleistungen zwischen Mittel- und Hochspannung zeitlich besser genutzt werden können“ durchgeführt.
Das Ergebnis der Studie: Die bestehenden Stromnetze in Deutschland können mehr Solarenergie aufnehmen als bislang angenommen. Den Studienautoren zufolge könnten allein an 1.313 ländlichen, stark von erneuerbaren Energien geprägten Standorten eine technische Größenordnung von rund 150 Gigawatt zusätzlicher Photovoltaikleistung erschließen.
Speicher und Einspeisespitzen
Die Studie berücksichtigt für den Anschluss zusätzlicher PV-Anlagen in Umspannwerken nicht nur die Nennleistung eines Transformators, sondern deren gesamte Auslastung im Jahresverlauf. Intelligent gesteuerte Großbatteriespeicher können die Solarstromspitzen aufnehmen und später wieder abgeben. So kann die vorhandene Transformatorleistung über das Jahr hinweg effizienter genutzt werden.
Das zentrale Szenario der Studie zeigt, dass an einem Umspannwerk Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien angeschlossen werden könnten, die doppelt so hoch sind wie die Übertragungsleistung des Transformators.
Ein intelligent gesteuerter und hinreichend dimensionierter Batteriespeicher fängt die Leistungsspitzen ab und gibt den Strom später wieder ins Netz. Dadurch müsste im Jahresdurchschnitt nur rund ein Prozent des zusätzlich erzeugten Solarstroms wegen der begrenzten Transformatorleistung abgeregelt werden.
Steuerung der Speicher
Laut der Studie ist die Errichtung neuer Batteriespeicher nicht das Entscheidende – von Bedeutung ist vor allem wie sie betrieben werden. Die Speicher müssen die tatsächlichen Leistungsflüsse am Umspannwerk berücksichtigen und den Strom aufnehmen, wenn lokale Einspeisespitzen den Transformator an seine Belastungsgrenze bringen.
So können Unterschiede zwischen Windstrom, Solarstromerzeugung und Stromverbrauch besser ausgeglichen werden. Zeitweise ungenutzte Netzkapazitäten können für den Anschluss zusätzlicher Erzeugungsanlagen verfügbar gemacht werden.
Bessere Netznutzung
Laut dem Bundesverband für Solarwirtschaft ist diese Erkenntnis der Studie für die anstehende Beratung des Bundestags über das Netzpaket von großer Bedeutung. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert, vorhandene Netzkapazitäten mithilfe von Batteriespeichern und eines flexibleren Netzbetriebs besser auszuschöpfen
„Die Antwort auf knappe Netzkapazitäten darf nicht darin bestehen, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen. Unsere Studie zeigt: In den bestehenden Netzen stecken erhebliche Reserven, wenn wir Speicher intelligent einsetzen“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. (rp)



