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Quo Vadis, Großbatteriespeicher?

13.12.2024 – Eine aktuelle Studie des Übertragungsnetzbetreibers TenneT unterstreicht das Potenzial von Batteriespeichern zur Stabilisierung des Energiesystems.  

Zunehmend spielen Batteriespeicher eine wichtige Rolle, um wetterbedingte Schwankungen in der Einspeisung von Wind- und PV-Strom auszugleichen. Dabei haben vor allem Großbatteriespeicher das Potenzial, einen zentralen Beitrag zur Stabilisierung des Energiesystems zu leisten, so das Ergebnis der heute veröffentlichten TenneT-Studie „Quo Vadis, Großbatteriespeicher?“. Die Voraussetzungen hierfür sind jedoch, dass die geeigneten Standorte ausgewählt und die Betriebsweise der Batteriespeicher systemdienlich ausgelegt werden.   

Symbolbild: Die Tennet-Studie analysiert die netzdienlichen Standorte für den Betrieb von Groß-Batteriespeichern in der TenneT Regelzone. (Bild: TenneT TSO GmbH) 

Symbolbild: Die Tennet-Studie analysiert die netzdienlichen Standorte für den Betrieb von Groß-Batteriespeichern in der TenneT Regelzone. (Bild: TenneT TSO GmbH)

Die Standortwahl  

Die Wahl des Standorts von Großbatteriespeichern kommt den Studienergebnissen zufolge große Bedeutung zu: Vor allem die regionale Häufung von Batteriespeichern, der aktuelle Stand des Netzausbaus in der jeweiligen Region sowie die Nähe zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sind zentrale Parameter für die Standortwahl. Wichtig ist zudem, dass regulatorische Anreize gesetzt werden, damit Batteriespeicher netzdienlich betrieben werden können. Die bisherige Ausrichtung an Marktsignalen – Laden bei niedrigen Strommarkt-Preisen, Entladen bei hohen Preisen – kann nach Ansicht der Studienautoren sogar zu einer Verschärfung von Netzengpasssituationen führen.   

Für das TenneT-Netzgebiet zeigt sich, dass die Ansiedlung von Großbatteriespeichern kurzfristig (bis 2027) vor allem in Bayern, Hessen (außer Frankfurt) und im südlichen Teil Niedersachsens zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen kann. Diese Regionen bieten aufgrund der Nähe zur Solarstromerzeugung großes Potenzial, zumal hier weniger Anfragen für Batteriespeicher vorliegen als im Norden. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen könnte ein weiter beschleunigter Zubau hingegen Netzengpässe zusätzlich verschärfen – zumindest solange sie sich ausschließlich an Signalen aus dem Markt orientieren und nicht netzdienlich betrieben werden.   

Systemdienliche Betriebsweise  

Mit fortschreitendem Netzausbau und einer immer stärkeren Durchdringung des Energiesystems mit erneuerbaren Energien öffnet sich das Feld für den systemdienlichen Einsatz von Batteriespeichern in Richtung Norden. Um das Speicherpotenzial zur Stabilisierung des Energiesystems voll auszuschöpfen, ist eine möglichst gleichmäßige Verteilung von Batteriespeichern im TenneT-Netzgebiet förderlich.  

Tim Meyerjürgens, COO von TenneT, unterstreicht noch einmal die Bedeutung der systemdienlichen Betriebsweise: „Wir sehen Batteriespeicher als eine zentrale Technologie im künftigen Energiesystem. Sie können einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze leisten – allerdings nur, wenn sie so verortet und betrieben werden, dass sie dem Netz dienen. Dafür braucht es dringend einen verbindlichen regulatorischen Rahmen. Wenn dieser richtig gesetzt wird, können wir das Potenzial der Batteriespeicher nutzen, um teure Netzeingriffe zu minimieren, die Systemsicherheit bei hohem Erneuerbaren-Anteil zu stärken und den Netzausbau passgenau zu dimensionieren.“ (cp) 

www.tennet.eu

Beitragsbild: PX Media / stock.adobe.com