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Rekord bei der Abregelung erneuerbarer Energien

28.07.2026 – Eine neue Analyse von Montel zeigt, dass in Deutschland den höchsten jemals verzeichneten Stand bei der kommerziellen Abregelung erneuerbarer Energien erreicht. 

Bild: Noyon/stock.adobe.com (KI generiert)

Unter kommerzieller Abregelung versteht Montel nicht Anlagen, die auf Anweisung der Netzbetreiber abgeschaltet werden, sondern erneuerbare Stromerzeugung, die aufgrund von Preisen bei null oder unter null eingestellt wird. Der Analyse zufolge waren dies im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 1.463 GWh – ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber den 1.216 GWh, die im ersten Halbjahr 2025 abgeschaltet wurden. Eine Hochrechnung auf Basis der aktuellen Entwicklung zeigt zudem, dass die kommerzielle Abregelung im Gesamtjahr 2026 rund 1.985 GWh erreichen könnte. Im Jahr 2025 waren es 1.751 GWh. Damit würde 2026 zu den Jahren mit den höchsten jemals verzeichneten Werten gehören. 

Negativpreise rückläufig 

Parallel sank in ersten Halbjahr 2026 die Zahl der Stunden mit negativen Großhandelsstrompreisen um 23 Prozent, von 389 Stunden im ersten Halbjahr 2025 auf 299 Stunden.  Die Ergebnisse deuten den Analysten zufolge darauf hin, dass Deutschlands Erneuerbaren-Anlagen nicht häufiger abgeschaltet werden. Stattdessen wird jedes Mal, wenn die Preise unter null fallen, eine größere Menge erneuerbarer Erzeugung vom Markt genommen. 

Förderregime beeinflusst Abregelung 

Dies verdeutliche, wie grundlegend Änderungen bei den Förderregelungen den deutschen Strommarkt verändern, erläutert Jean-Paul Harreman, Direktor bei Montel: „Seit der Einführung des deutschen Solarspitzengesetzes im Februar 2025 verlieren neu in Betrieb genommene Erneuerbaren Anlagen ihre Förderzahlungen unmittelbar, sobald die Großhandelsstrompreise negativ werden. Bleiben die Preise hingegen genau bei null, erhalten sie weiterhin die volle Vergütung.  Zusammen mit Deutschlands Umstellung auf den 15-Minuten-Handel am Day-Ahead-Strommarkt im Oktober 2025 hat dies für Betreiber erneuerbarer Anlagen einen deutlich stärkeren wirtschaftlichen Anreiz geschaffen, ihre Erzeugung einzustellen, sobald die Preise unter null fallen.“   

Solarwachstum verstärkt Marktreaktion  

Die deutsche Solarstromerzeugung stieg im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjareszeitraum um rund 6 Prozent, von 41,3 TWh auf 43,7 TWh. Auch die Windstromerzeugung nahm zu. Sie stieg um 12 Prozent von 60,8 TWh auf 67,9 TWh.  

Trotz dieses vergleichsweise moderaten Anstiegs der erneuerbaren Stromerzeugung erhöhte sich die kommerzielle Abregelung um ein Fünftel.  

Daraus schließen die Analysten, dass bereits relativ geringe zusätzliche Mengen erneuerbarer Erzeugung zu überproportional höheren Abregelungsmengen führen können, sobald die Solarstromproduktion in den Mittagsstunden ein Sättigungsniveau erreicht. Die kommerzielle Abregelung wächst dann nicht mehr proportional zur Erzeugung, sondern beschleunigt sich, wenn der Markt zunehmend von einem Überangebot geprägt ist. 

Marktdesign verändert die Preisbildung  

Montel zufolge zeigen die jüngsten Zahlen, wie politische Reformen das Verhalten von Erzeugern erneuerbarer Energien verändern. Unter den früheren Förderregelungen produzierten viele Erneuerbaren-Anlagen auch während negativer Preisphasen weiter. Das heutige System schafft dagegen einen Anreiz, die Produktion einzustellen, sobald die Preise unter null fallen. Dies trägt dazu bei, zu verhindern, dass die Preise so stark ins Negative fallen wie in früheren Jahren.  

Weitere Veränderungen im Gebotsverhalten dürften diesen Trend künftig verstärken. Gebote von Anlagen in der sonstigen Direktvermarktung, die derzeit häufig im Bereich von minus 100 bis minus 200 EUR/MWh liegen, dürften sich schrittweise in Richtung null oder nur leicht negativer Preise verschieben. Marktteilnehmer optimieren ihre Gebotsstrategien zunehmend entsprechend der überarbeiteten Förderregelungen.  

Das Ergebnis dürften weniger Stunden mit stark negativen Preisen sein, gleichzeitig jedoch größere Mengen erneuerbarer Stromerzeugung, die bei einem Überangebot freiwillig vom Markt genommen werden. (pq) 

www.montel.energy