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Bereit für die nächste Runde

12.06.2026 – Mit der Version 2.0 der Technischen Richtlinie TR-03109-1 für Smart Meter Gateways will das BSI auf veränderte Marktbedingungen reagieren. Für Hersteller steht die Neuzertifizierung nach CC und TR an. Ruwen Konzelmann, Geschäftsführer von Theben Smart Energy, sieht das als richtungsweisend.

Foto: KOTO / stock.adobe.com

Das Smart Meter Gateway ist die Schlüsselkomponente des intelligenten Messsystems: Als zentrale Kommunikationseinheit erfasst es Verbrauchs- und Netzzustandsdaten für unterschiedliche Anwendungsfälle und übermittelt Steuersignale an Kundenanlagen. Das hohe Sicherheitsniveau dieser Prozesse ist für diesen Einsatzbereich wohl weltweit einmalig – und hat dementsprechend viel Zeit und Geld gekostet.

Nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende im Jahr 2016, das den Rahmen für den Smart-Meter-Rollout schuf, wurden in den darauf- folgenden Jahren die technischen und regulatorischen Anforderungen schrittweise konkretisiert. Mit der Veröffentlichung der Technischen Richtlinie TR-03109-1 durch das BSI entstand eine wichtige Grundlage für die Zertifizierung und den sicheren Einsatz von Smart Meter Gateways.

Die Umsetzung der hohen Anforderungen stellte die beteiligten Unternehmen vor große technische und organisatorische Herausforderungen. In den folgenden Jahren konnten die ersten Smart Meter Gateways erfolgreich zertifiziert und damit die Voraussetzungen für den Rollout geschaffen werden. Laut Bundesnetzagentur konnten dabei die fünf erfolgreichen Unternehmen bis heute bereits mehr als 3 Millionen Geräte im Feld installieren – mit deutlich steigender Tendenz. Rund ein Drittel davon stammen vom Hersteller Theben Smart Energy GmbH.

Massenbetrieb vereinfachen

In der Entwicklungsabteilung werden die Voraussetzungen für die Rezertifizierung geschaffen. (Foto: Theben Smart Energy GmbH)

Geschäftsführer Ruwen Konzelmann hat die Entwicklung des Smart Meter Gateways von Theben Smart Energy, der Conexa, von Beginn an begleitet. Aus seiner Sicht ist die Überarbeitung der Technischen Richtlinie durchaus folgerichtig: „Smart Meter Gateways entwickeln sich mehr und mehr zu einem Commodity-Produkt – und genau das war ja das Ziel. In dieser Eigenschaft müssen sie aber deutlich höher standardisiert sein als das bisher der Fall ist.“

Die erste Version der TR-03109-1 habe – vielleicht auch unter dem Druck des Marktes – den Herstellern einen gewissen Umsetzungsspielraum für die Vorgaben gelassen, berichtet er. Das betrifft zum Beispiel die sogenannten Logbücher, in denen die Geräte wichtige Informationen, etwa zu Tarifwechseln oder auch Störungen, für den GWA protokollieren. „Es gibt dazu Beschreibungen des VDE/FNN, die verschiedene Hersteller ganz unterschiedlich in ihrer Funktion und Ausführlichkeit umgesetzt haben. Solche und andere Unterschiede verursachen natürlich Aufwand bei den GWA und Systemherstellern sowie Betreibern, wenn sie ein Gateway gegen das Gerät anderer Hersteller austauschen. Das passiert regelmäßig und fällt bei großen Messstellenbetreibern schon ins Gewicht“, erläutert Konzelmann.

Darauf hat das BSI reagiert und schreibt nun in der Version 2.0 einheitliche Prozesse in der Kommunikation der Gateways über das Internet vor – also in der WAN-API. Hinzu kommen erweiterte Rechte für den Servicetechniker sowie Funktionen zur Wiederherstellung des Auslieferzustands, die eine effiziente Überprüfung von SMGW bis hin zum Ausbau zur Wiederverwendung ermöglichen sollen.

So sollen die Integrations- und Wechselprozesse vereinfacht und insgesamt wirtschaftlicher werden. „Voraussetzung ist natürlich, dass auch die nach TR-1v2 zertifizierten Gateways in den GWA-Systemen der Betreiber schrittweise integriert werden“, ergänzt Ruwen Konzelmann, der damit rechnet, dass es eine Übergangsphase zwischen bestehenden und neu zertifizierten SMGWs in 2027 geben wird.

Mehrwertdienste erleichtern

Auch die Kommunikation nach innen – also über die HAN-Schnittstelle – wird standardisiert, so dass Anschlussnutzer künftig ohne Umwege auf ihre abrechnungs- und systemrelevanten Daten zugreifen und diese in Echtzeit auch in bestehende HEMS-Lösungen integrieren können. Das erleichtert zum Beispiel die Bereitstellung und Nutzung von flexiblen Tarifen. „Insgesamt beobachten wir, dass der Markt für Prosumerlösungen und -services aktuell sehr dynamisch wächst – eine Entwicklung, mit der wir übrigens schon seit einigen Jahren gerechnet haben“, sagt Ruwen Konzelmann. Die neuen Standards bauen hier Hürden ab und dürften daher sowohl gMSBs und Anbieter von HEMS, als auch Anlagenhersteller, wettbewerbliche Messstellenbetreiber oder Aggregatoren freuen, die beispielsweise die Flexibilität von E-Fahrzeug-Batterien vermarkten.

Mehrsparten- und Submetering

Das neue Software-Release DynamoDuck ist die Umsetzung der TR-1v2 der Theben Smart Energy. (Foto: Theben Smart Energy GmbH)

Auch ein weiteres Thema der TR-1v2 ist bei Theben nicht neu: Das Mehrsparten- und Submetering. Das BSI hat dafür die Vorgaben für die LMN-Schnittstelle, über die das SMGW mit den einzelnen Zählern verbunden wird, erweitert. Damit soll die Erfassung von Verbrauchswerten der Sparten Elektrizität, Gas, Wasser und Wärme – einschließlich Submetering von Strom-, Gas- und Wärmemengenzählern – künftig eichrechtskonform, interoperabel und verbrauchergerecht möglich werden. „Schon unsere erste Conexa-Generation, die Anfang 2020 zertifiziert wurde, war mehrsparten- und submeteringfähig“, erinnert Konzelmann.

Gut vorbereitet

Auch für die noch hinzukommende neue Funktion in der neuen Version der Technischen Richtlinie – das Steuern von Kundenanlagen aus dem Gateway – sieht Ruwen Konzelmann die Theben Smart Energy gut aufgestellt. „Wir haben bei der Prüfung der Neuerungen unser Konzept in vieler Hinsicht bestätigt gefühlt. Unser Gateway wurde von Beginn an mit Blick auf Interoperatibilität und die Integration unterschiedlicher Zähler und Technologien hinter dem Hausanschluss entwickelt – das zahlt sich jetzt aus.“

Einfach wird es dennoch nicht: Konzelmann rechnet mit einem umfangreichen Entwicklungsaufwand, um die CONEXA fit für die Neuzertifizierung nach PPv2 und TR-1v2 zu machen. Mit Blick auf die anstehenden Aufgaben zeigt er sich jedoch sehr zuversichtlich: „Wir arbeiten mit klarem Fokus an der Umsetzung und sind überzeugt, die Anforderungen erfolgreich zu erfüllen – genauso wie viele andere Marktteilnehmer.“ Trotz des zusätzlichen Aufwands bewertet er die Weiterentwicklung der Anforderungen insgesamt mehr als positiv: „Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie wichtig digitale und sichere Infrastrukturen für die Energiewende sind. Das Smart Meter Gateway schafft hierfür eine wichtige Grundlage – etwa für flexible Tarife sowie für ein intelligentes Einspeise- und Engpassmanagement“, sagt Konzelmann. Auch das hohe Sicherheitsniveau sieht er als wichtigen Faktor: „Gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen weltpolitischen Lage zeigt sich, welchen Stellenwert sichere Systeme an der Messstelle haben.“ Zudem beobachte man auch bei den europäischen Nachbarn ein zunehmendes Interesse an der Technologie. (pq)

www.theben-se.de