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Gezielt zum Mehrwert  

13.07.2026. Welche Mehrwerte entstehen durch einen gezielten Rollout über die Pflichteinbaufälle hinaus? Dieser Frage untersuchen die Stadtwerke Osnabrück und BET Consulting in einer gemeinsamen Kurzstudie.  

Mehrwerte ergeben sich Zusammenspiel der Marktrollen. (Bild: peterschreiber.media/stock.adobe.com)

Zentrales Ergebnis der Untersuchung: Die wesentlichen Potenziale eines Full-Rollouts lassen sich bereits zu einem großen Teil über einen vertriebsoptimierten, erweiterten Pflichtrollout erschließen. Dieser Ansatz ist derzeit wirtschaftlich attraktiver als ein sofortiger flächendeckender Full-Rollout und ermöglicht zugleich, zusätzliche Potenziale in Netz, Messstellenbetrieb und Vertrieb frühzeitig zu erschließen.   

Mehrwert im Zusammenspiel 

Für die Studie wurden insgesamt 22 marktrollenübergreifende Anwendungsfälle entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette untersucht – vom Netzbetrieb über den Messstellenbetrieb bis hin zu Handel und Vertrieb. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass die Potenziale intelligenter Messsysteme nicht isoliert in einzelnen Marktrollen entstehen. Zusätzlicher Mehrwert entsteht insbesondere dort, wo technische Möglichkeiten, digitale Prozesse und kundenorientierte Anwendungen zusammenwirken.  

Mehrparteienhäuser als Hebel 

Die Studie identifiziert insbesondere Potenziale bei der Automatisierung von Prozessen, der Fernauslesung, stichtagsgenauen Abrechnung, der Mehrsparten-Auslesung sowie bei neuen Anwendungen im Umfeld von Mieterstrom, gemeinschaftlicher Gebäudeversorgung und Flexibilitätsnutzung. Zusätzliche Chancen ergeben sich insbesondere in der Wohnungswirtschaft: Mehrparteienhäuser bieten einen wichtigen Hebel für die Skalierung eines erweiterten Rollouts. In Verbindung mit Lösungen wie dem 1:n-Metering können intelligente Messsysteme dort effizienter eingesetzt und neue Mehrwerte erschlossen werden.  

Kundenwirkung im Fokus 

Darüber hinaus gewinnt aus Sicht der Stadtwerke Osnabrück die Kundenwirkung intelligenter Messsysteme zunehmend an Bedeutung. „Wir dürfen den Smart-Meter-Rollout nicht allein als technische Herausforderung betrachten. Intelligente Messsysteme sind das Fundament, um die Beziehung zu unseren Kunden neu zu gestalten und auf die Anforderungen eines zunehmend digitalen Energiesystems auszurichten. Damit legen wir zugleich die Grundlage für eine stärker kundenorientierte Energiewende“, sagt der Osnabrücker Stadtwerke-Chef Daniel Waschow. Die Studie zeigt zusätzliche Mehrwerte insbesondere dort, wo intelligente Messsysteme neue digitale Anwendungen und Dienstleistungen ermöglichen.  

 Politik bestätigt Handlungsbedarf 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion auf EU-Ebene über eine Beschleunigung des Rollouts sowie der jüngst vorgestellten Pläne der Bundesregierung für einen zügigen Ausbau der Verteilnetze sehen die Stadtwerke und BET Consulting die Studienergebnisse als wichtigen Beitrag zu einer differenzierten Rollout-Debatte. „Mit steigenden Rolloutquoten wachsen die Möglichkeiten, zusätzliche Mehrwerte für Netze sowie Kund:innen zu erschließen und damit die Energiewende erfolgreich zu gestalten. Entscheidend ist jedoch, dass höhere Zielquoten mit stabilen regulatorischen Rahmenbedingungen, wirtschaftlich tragfähigen Anreizen und einfacheren Prozessen einhergehen“, sagt BET-Partner Dr. Sören Patzack. (pq) 

www.swo.de 

www.bet-consulting.de