Brandanschlag auf Berliner Stromnetz? 

10.09.2025 – In Berlin-Johannisthal brannten gestern am frühen Morgen zwei Freileitungsendmasten, die Polizei vermutet einen Anschlag. Rund 20.000 Haushalte sind noch ohne Strom. 

Durch den Brand sind noch immer 20.000 Kund:innen ohne Strom (Bild: kittyfly_stock.adobe.com)

Gegen 03.30 gestern morgen wurde der Stromnetz Berlin der Brand an den Freileitungsendmasten gemeldet, die den Übergang zu unterirdischen Kabeln bilden. Etwa zwei Stunden später waren nach Angaben des Netzbetreibers rund 50.000 Haushalte und Gewerbekunden in mehreren Bezirken im Berliner Südosten ohne Strom. Bis zum Nachmittag war der Brand gelöscht, rund 30.000 Kund:innen konnten durch Umschaltungen bis heute morgen wieder versorgt werden. Parallel begannen die für die Reparatur notwendigen Tiefbauarbeiten.  

Rund 20.000 Haushalte und Gewerbe werden sind nach Angaben von Stromnetz Berlin bislang noch ohne Strom. Die Warmwasser-Versorgung, der öffentliche Nahverkehr sowie der Notruf waren teilweise ebenfalls beeinträchtigt. Mehrere Schulen blieben heute geschlossen.  

Umfangreiche Arbeiten am Netz erforderlich 

Bis zur vollständigen Wiederversorgung könnten nach Schätzungen des Netzbetreibers noch mindestens weitere 24 Stunden vergehen. Die durch den Brand beschädigten Leitungen sind nicht mehr nutzbar, so dass die Stromversorgung über neue Kabelverbindungen wiederhergestellt werden muss. Dafür wurden die ganze Nacht hindurch vor Ort mehrere Kabel aus der Erde geholt. Diese sind armdick und werden ab heute mit über zwei Meter großen Muffen verbunden, die staubfrei montiert werden müssen. Die Arbeiten sind somit sehr komplex und dauern etliche Stunden.  

Verdacht auf Brandanschlag 

Die Berliner Polizei vermutet aufgrund der Wahl der beiden Strommasten und des Vorgehens der Täter einen politisch motivierten Brandanschlag von Extremisten. Medienberichten zufolge tauchte kurz nach dem Brand ein Bekennerschreiben auf der linksradikalen Website „Indymedia“ auf. Darin heißt es, der Anschlag habe sich gegen den Technologiepark Adlershof im Südosten Berlins gerichtet. Die Polizei prüft derzeit das Schreiben sowie weitere Hinweise. (pq)   

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