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Das Stromsystem 2045

09.09.2026 – Das Stromsystem in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren grundlegend wandeln. Gründe dafür sind der steigende Strombedarf, neue Rechenzentren und Großbatteriespeicher.  

Foto: Sabir / stock.adobe.com (KI-generiert)

Die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, 50Hertz, TenneT Germany und TransnetBW haben vier verschiedene Szenarien für das Stromsystem der Jahre 2040 und 2045 entworfen. Es geht dabei um Entwicklungsmöglichkeiten, die auf Grundlage unterschiedlicher Annahmen für die Netzplanung wahrscheinlich sein könnten. Die Szenarien sollen als Basis für die Netzentwicklungspläne Strom für 2040/2045 dienen.  

Drei Szenarien für die Jahre 2040 und 2045 

Die entworfenen Szenarien orientieren sich an dem Ziel, bis 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Für die europäische Perspektive wurden die Planungen des Ten-Year Network Development Plan (TYNDP) berücksichtigt. Dabei wird erneut das TYNDP-Szenario „National Trends+“ für die Entwicklungen im europäischen Ausland zugrunde gelegt. Einige der Prognosen haben sich gegenüber früheren Szenarien deutlich verändert. Besonders die Annahmen zum Ausbau von Rechenzentren und Großbatteriespeichern sind stark gestiegen.

Die Annahme zum Ausbau von Elektrolysekapazitäten sind hingegen im Vergleich zum Netzentwicklungsplan von 2037/2045 deutlich gesunken. Je nach Szenario steigt der Bruttostromverbrauch in Deutschland bis 2045 auf einen Wert zwischen 992 und 1.208 TWh pro Jahr. In allen Szenarien bleibt die Photovoltaik die Technologie mit der höchsten installierten Leistung. Bei der Stromerzeugung liegt die Windenergie an Land vorn, gefolgt von Windenergie auf See. 

Gemeinsame Planung von Strom-, Gas- und Wasserstofffetzen 

Für alle neu entworfenen Szenarien gibt es einen gemeinsamen Schwerpunkt: die sektorenübergreifende Abstimmung von Gas-, Strom- und Wasserstoffinfrastrukturen. Intensiviert wird vor allem die Zusammenarbeit mit den Fernleitungsnetzbetreibern für Gas sowie den Wasserstofftransportnetzbetreibern.

Zum ersten Mal wurden die Szenarien der Übertragungsnetzbetreiber in Zusammenarbeit mit den Fernleitungs- und Wasserstoffnetzbetreibern entwickelt. Dies verdeutlicht die Relevanz einer abgestimmten Planung der Gas-, Strom- und Wasserstoffinfrastrukturen.  

Für die Entwicklung dieser Szenarien wurden insbesondere die Erhebungen einer Netzbetreiberabfrage der Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber und die zweite gemeinsame Marktabfrage mit den Fernleitungs- und Wasserstoffnetzbetreibern berücksichtigt. Aus diesen Erhebungen können wichtige Informationen über zukünftige von Kommunen, Unternehmen und Projektierern in den Bereichen Industrie, Batteriespeicher, Rechenzentren sowie Elektrolyseure im Bezug auf Wasserstoff, Strom und Gas. Durch die Zusammenarbeit der Verteilnetzbetreiber in den verschiedenen Planungsregionen können die Prognosen für den Ausbau erneuerbarer Energien effizient mit der Netzplanung verbunden werden.  

Klimamodelle für die künftige Netzplanung 

Auch die Methodik des Szenariorahmens konnte weiterentwickelt werden. Anstelle eines historischen Wetterjahres wurden zum ersten Mal die Wetter- und Klimaprojektionen auf Basis von Klimamodellen verwendet. So können künftige klimatische Bedingungen und deren Auswirkungen auf den Stromverbrauch, die Stromerzeugung und die Netzauslastung in die Planung einbezogen werden.  

Die Bundesnetzagentur stellt den Entwurf des Szenariorahmens nun öffentlich zur Konsultation. So soll auf Grundlage des Entwurfs, der eigenen Einschätzung und Konsultation der Entwurf schließlich genehmigt werden. Mit der Genehmigung entsteht dann eine verbindliche Basis für die Markt- und Netzberechnungen der Übertragungsnetzbetreiber im Netzentwicklungsplan Strom 2040/2045. (rp)  

https://www.50hertz.com

 https://www.amprion.net/ 

https://www.transnetbw.de 

https://www.tennet.eu/de