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Flexibles Einspeisemanagement für Solaranlagen?

05.03.2026 – Das Forschungsprojekt FLEXSolar-BW der THU soll Solarspitzen intelligenter steuern und Netze entlasten. 

An der Technische Hochschule Ulm ist das Forschungsprojekt FLEXSolar-BW gestartet. Ziel ist es, ein in Südaustralien erprobtes Verfahren zur Steuerung von Solarspitzen erstmals unter den Bedingungen in Baden-Württemberg zu testen.  

Im Mittelpunkt stehen sogenannte Flexible Export Limits. Statt Photovoltaikanlagen pauschal abzuregeln oder zeitweise vollständig vom Netz zu nehmen, wird die Einspeisung dynamisch an die aktuelle Situation im Stromnetz angepasst. 

Alternative zu starren Begrenzungen 

Hintergrund ist die angespannte Lage in vielen Verteilnetzen. Seit einem Jahr gilt in Deutschland eine feste Begrenzung der Einspeisung auf 60 Prozent für neue Solaranlagen, sofern keine aktive Steuerung möglich ist. Zudem erlauben manche Netzbetreiber in stark ausgelasteten Regionen zeitweise nur eine Nulleinspeisung für neue Anlagen. 

„Flexible Export Limits“ sollen hier eine Alternative bieten. Die tatsächliche Einspeisung wird kontinuierlich gemessen und gezielt gesteuert. So können bestehende Netze besser ausgelastet werden, ohne sofort umfangreiche Ausbaumaßnahmen vornehmen zu müssen. International, insbesondere in Australien, gilt dieses Modell als Vorreiter für ein modernes Einspeisemanagement bei Hausdachanlagen. 

Projektleiter Professor Gerd Heilscher im Network Innovation Center in Adelaide. (Bild: THU)

Projektleiter Professor Gerd Heilscher im Network Innovation Center in Adelaide. (Bild: THU)

Technische Plattform und Praxistests 

Im Projekt wird an der TH Ulm eine technische Plattform aufgebaut, die auf internationalen Standards basiert und in die deutsche Steuerungstechnik integriert wird. Vorgesehen ist unter anderem die Anbindung über Smart Meter Gateways und CLS-Steuerboxen sowie Schnittstellen zu den Leitsystemen von Verteilnetzbetreibern. 

Die Lösungen sollen sowohl im Labor als auch im realen Betrieb getestet werden. Geplant ist die Zusammenarbeit mit Haushalten und verschiedenen Herstellern von Wechselrichtern. Untersucht werden technische, wirtschaftliche und rechtliche Effekte der flexiblen Einspeisesteuerung. Die Ergebnisse könnten in Normen und gesetzliche Weiterentwicklungen einfließen und langfristig dazu beitragen, Netzausbaukosten zu senken. 

Zu den Projektpartnern zählen die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH sowie die Unternehmen advalju, VIVAVIS, PSI und SunSpec Alliance. Weitere Netzbetreiber können sich beteiligen. 

Forschung im Realbetrieb 

Das Projekt ist an der Smart Grid Forschungsgruppe des Instituts für Energietechnik und Energiewirtschaft angesiedelt. Dort arbeiten mehrere Dutzend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär an nachhaltigen Energiesystemen. 

Eine besondere Rolle spielen das Smart Grid Labor und der THU-Energiepark. Die Kombination aus Laborumgebung und realem Betrieb erlaubt es, neue Lösungen direkt im Zusammenspiel von Solaranlagen, Batteriespeichern, Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen zu testen. (pms) 

www.thu.de