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Fundierte Entscheidungen für die Netzinfrastruktur

09.04.2026 – Die LEW Verteilnetz hat die Zertifizierung nach der Asset-Management-Form ISO 55001:2024 erhalten.

Die Norm ISO 55001:2024 beschreibt, wie Netzbetreiber auf Grundlage eines strukturierten Management-Prozesses Entscheidungen über ihre Betriebsmittel (Assets) treffen. Die LEW Verteilnetz (LVN) gehört nach eigener Aussage zu den ersten deutschen Netzbetreibern, die eine Zertifizierung nach der Neufassung der Norm erhalten haben.

Investitionen abwägen

Ein Umspannwerk der LVN in Bayerisch-Schwaben. Die LVN setzt die Norm ISO 55001:2024 um, indem Entscheidungen zur Erneuerung, Erweiterung oder Modernisierung von Umspannwerken getroffen werden. (Bild: LEW, Andreas Liebau)

Ein Umspannwerk der LVN in Bayerisch-Schwaben. Die LVN setzt die Norm ISO 55001:2024 um, indem Entscheidungen zur Erneuerung, Erweiterung oder Modernisierung von Umspannwerken getroffen werden. (Bild: LEW, Andreas Liebau)

Für die Bewertung ihrer Maßnahmen zieht die LVN nach eigenen Angaben fünf Kriterien heran: Sicherheit, Versorgungsqualität, effektiver und effizienter Einsatz der Finanzmittel, Rechts- und Umweltkonformität sowie Verlässlichkeit für Kommunen und Netzkunden. Beispielhaft geht es um Fragen, ob eine Trafostation neugebaut oder modernisiert wird oder wann eine Mittelspannungsleitung verkabelt wird. Im Bereich Kabel und Leitungen bewertet die LVN, ob Ersatz, Verstärkung oder Neubau nötig ist. Für den Netzausbau prüfen die Verantwortlichen, welche Kapazitäten für PV, Wärmepumpen oder E-Mobilität erforderlich sind.

Die Norm bescheinigt der LVN eine klare Steuerung ihrer Netzinfrastruktur und einen optimierten Einsatz von Investitionen mit Blick auf die zuvor genannten Zielkriterien. Verantwortlich für die Zertifizierung war TÜV NORD CERT, das im Herbst 2025 den Stand des Asset-Managements der LVN prüfte. Besonders im Fokus standen dabei der Zustand der Betriebsmittel, die Analyse von Risiken und Chancen, die Priorisierung von Investitionen, die Umsetzung von Maßnahmen sowie das Monitoring über den gesamten Lebenszyklus.

Höhere Anforderungen an Netzbetreiber

Die Fassung ISO 55001:2024 ist seit zwei Jahren gültig und löste die Vorgängerversion aus dem Jahr 2014 ab. Sie verlangt von den Netzbetreibern unter anderem eine stärkere Orientierung am Wertbeitrag eines Assets über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg, mehr Transparenz im Entscheidungsprozess und nimmt neben Risiken auch Chancen mit als Bewertungsmaßstab auf. Zudem sollen auch die Auswirkungen des Klimawandels im Asset-Management berücksichtigt werden.

Tobias van Hasselt vom TÜV NORD (l.) übergibt das ISO 55001:2024-Zertifikat für die LVN an LEW-Vorstandsmitglied Malte Sunderkötter. (Bild: LEW, Jörg Mettlach)

Tobias van Hasselt vom TÜV NORD (l.) übergibt das ISO 55001:2024-Zertifikat für die LVN an LEW-Vorstandsmitglied Malte Sunderkötter. (Bild: LEW, Jörg Mettlach)

„Das Stromverteilnetz der LVN ist die zentrale Plattform, um die Energiewende in unserer Region voranzubringen. Dafür tätigen wir hohe Investitionen und treiben damit den Um- und Ausbau des Netzes sowie dessen Smartifizierung in enorm hohem Tempo voran. Deshalb ist eine strategisch fundierte, gut durchdachte Steuerung so wichtig“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Malte Sunderkötter. „Die ISO 55001:2024 rückt Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus. Sowohl im Hinblick auf die Umsetzung klimapolitischer Vorgaben als auch im Hinblick auf die langfristige, strategische Ausrichtung der Investitionstätigkeit. Dafür hat die LVN ein strukturiertes und praxistaugliches Asset-Managementsystem aufgebaut”, sagt Tobias van Hasselt, Certification Scheme Manager – Products und TIC-Manager sowie Zertifizierungsexperte von TÜV NORD für die ISO 55001. (cst)

www.lew-verteilnetz.de