26.05.2026 – 50Hertz nimmt zwei neue Phasenschieber an der deutsch-polnischen Grenze in Betrieb und leistet damit einen Beitrag zur Netzstabilität in der Region.
Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz hat im grenznahen Umspannwerk Vierraden nahe Schwedt zwei neue Phasenschiebertransformatoren erfolgreich in Betrieb genommen. Dadurch soll die Steuerbarkeit der Stromflüsse an der deutsch-polnischen Grenze verbessert und die grenzüberschreitende Übertragungskapazität von rund 600 Megawatt auf etwa 1.000 Megawatt anwachsen.
Das Umspannwerk (UW) Vierraden bildet einen zentralen Netzknoten an der deutsch-polnischen Grenze, da hier über zwei Leitungen eine Verbindung in das polnische Übertragungsnetz besteht. In der Vergangenheit kam es in der Region nach Angaben von 50Hertz jedoch immer wieder zu ungeplanten sogenannten Ringflüssen: Dabei floss Strom von Deutschland über Polen und über eine andere Leitung wieder zurück ins Netzgebiet des deutschen ÜNB. Mit den neuen Phasenschiebertransformatoren sollen diese Effekte nun begrenzt werden.
Regelmöglichkeiten erweitern
Bereits im Jahr 2018 waren im Umspannwerk Vierraden zwei Phasenschieber in Betrieb gegangen. Mit dem nun abgeschlossenen Ausbau stehen doppelt so viele Regelstufen zur Verfügung. Zudem sollen künftig zwei statt bislang nur einer Kuppelleitung nach Polen aktiv genutzt werden können.

Die Phasenschiebertransformatoren im 50Hertz-Umspannwerk Vierraden in Brandenburg. (Bild: Siegfried Wagner / 50Hertz Transmission GmbH)
Die Phasenschieber bestehen jeweils aus zwei gekoppelten Transformatoren und verfügen über einen Regelbereich von insgesamt 65 Stufen. In leerem Zustand bringt eine Anlage rund 500 Tonnen auf die Waage. Mit der Fertigstellung des aktuellen Ausbauabschnitts findet die geplante Erweiterung des Umspannwerks Vierraden vorerst ihren Abschluss.
Lastflüsse beeinflussen
Phasenschiebertransformatoren – auch Querregeltransformatoren genannt – ermöglichen es, den Lastfluss im Höchstspannungsnetz gezielt zu beeinflussen. Vergleichbar mit Ventilen in einem Wassersystem regeln sie, wie viel elektrische Leistung in welche Richtung fließt. Damit gelten sie als ein zentrales Instrument für einen stabilen Netzbetrieb – insbesondere an stark belasteten Kuppelstellen. (cp)


