11.06.2026 – Mit seinem Projekt zum automatisiertes Vogelnestmonitoring gewinnt Omexom den KI Innovation Award 2026 in der Kategorie „Super Heavyweight“
Omexom, die Marke für Energieinfrastrukturen von VINCI Energies, freut sich über eine besondere Auszeichnung: Das Unternehmen gewinnt mit seinem Projekt zum automatisierten Vogelnestmonitoring den KI Innovation Award 2026. Unter dem Titel „Die frühe Drohne fängt das Bild“ reichte Omexom ein vollautomatisches System ein, das Vogelnester an Hochspannungsmasten per Drohne und KI erkennt, bevor die Brutzeit beginnt und Bauarbeiten gestoppt werden müssen.

Ungestört brüten auf dem Strommast – mit dem automatisierten Vogelnestmonitoring von Omexom lassen sich Artenschutz und Arbeiten im Übertragungsnetz einfacher verbinden. (Bild: CP Studios/stock.adobe.com)
KI und Drohnen im Dienst des Artenschutzes
Wer an einer 380-kV-Freileitung arbeitet, muss wissen, ob Vögel dort nisten, denn das Bundesnaturschutzgesetz verbietet Eingriffe in Brutstätten zwischen dem 1. März und dem 30. September. Bislang hieß das: Mitarbeitende fahren die Trasse ab, Mast für Mast.
Erfolgreicher Praxistest in Landsberg-Borken
Bei der 60 km langen Leitung Landesbergen-Borken mit 140 Masten an der Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen wäre das ein erheblicher Aufwand. Im Rahmen eines Projekts zur Neubeseilung der Leitung mit Hochtemperaturleiterseilen nutzt Omexom hier autonome Drohnen und KI-gestützte Bildanalyse, um Vogelnester frühzeitig zu erkennen.
Entlang der Trasse stehen fünf Drohnendocks. Dreimal pro Woche starten die Drohnen automatisch, fliegen jeden Mast an und fotografieren ihn aus acht Perspektiven, ohne dass jemand vor Ort sein muss (BVLOS-Betrieb). Basis für die Flugrouten ist ein digitaler Zwilling der Trasse, der per Laserscanning erstellt wurde. Die aufgenommenen Bilder werden anschließend per KI ausgewertet. Nach einer Anlernphase durch menschliche Expert:innen („Human-in-the-loop“) erkennt das System Vogelnester mittlerweile weitgehend selbstständig. Ein Mensch prüft nur noch die Treffer.
Guido Seifen, Executive Vice President Transmission Omexom Deutschland, erklärt: „Über diese Auszeichnung freuen wir uns sehr. Sie zeigt, dass KI in unserem Bereich weit mehr kann als Effizienzgewinne. Sie hilft uns, Bauvorhaben naturverträglich zu planen und den Artenschutz von Anfang an mitzudenken. Wer weiß, wo Vögel brüten, kann Bauphasen gezielt danach ausrichten und vermeidet Stillstände, die sonst kaum vorherzusehen wären.“
Jury überzeugt

Das Omexom-System setzte sich gegen drei Finalisten im KI Innovation Award 2026 durch (Bild: Jonas Ratermann)
Das überzeugte auch die Jury des KI Innovation Awards, der am 9. Juni 2026 im Rahmen des KI Innovative Leaders Summit im F.A.Z. Tower in Frankfurt von Prof. Dr. Vanessa Just, der stellvertretenden Geschäftsführerin des KI-Bundesverbandes, übergeben wurde. In ihrer Laudatio stellte sie die gesellschaftliche Verantwortung in den Mittelpunkt: „KI entfaltet ihren Wert dort, wo sie konkreten Nutzen stiftet – für Menschen und Umwelt. Omexom ist dafür ein Paradebeispiel, weil die Lösung einen bislang manuellen und risikobehafteten Prozess digitalisiert und so Artenschutz und Arbeitssicherheit zugleich stärkt.“
Omexom setzte sich damit gegen drei weitere Finalisten in der Kategorie „Super Heavyweight“ durch: Heidelberg Materials, Melitta Group und REWE digital. Insgesamt waren über 180 Projekte eingereicht. (pq)


