21.11.2025 – Eine Kooperation zwischen Amprion, E.ON und der LEW Verteilnetz (LVN) plant einen dezentralen Netzbooster in Bayerisch-Schwaben zu errichten und zu betreiben. Der Clou: Wenn der Netzbooster nicht für die Stabilisierung des Übertragungsnetzes benötigt wird, kann ihn die LVN für die Entlastung des regionalen Stromnetzes einsetzen.
Das Kooperationsvorhaben von Amprion, E.ON und der LEW Verteilnetz (LVN) verfolgt mit dem Netzboosterbauprojekt in Bayerisch-Schwaben das übergeordnete Ziel, das Übertragungsnetz bei Engpässen zu entlasten und stabil zu halten. Hierzu nutzt der sogenannte Netzbooster Großbatteriespeicher, die innerhalb von Sekunden aktiviert werden können. Auf diese Weise sollen sich Netzengpässe kurzfristig beheben lassen und Stromleitungen schon im Normalbetrieb höher auslastbar sein. In der Folge sind weniger steuernde Eingriffe in den Netzbetrieb erforderlich, was wiederum auch die Redispatchkosten reduziert.
Mehrfachnutzung geplant
Bei dem Projekt in Bayerisch-Schwaben handelt es sich um einen dezentralen Netzbooster, bei dem ein Verbund von Batteriemodulen, die an mehreren Stellen im Netz verortet sind, zum Einsatz kommt.
Neben der primären Funktion zur Netzstabilisierung weist das System nach Angaben der Projektbeteiligten ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland auf: Sobald der Netzbooster nicht für die Stabilisierung des Übertragungsnetzes benötigt wird, kann ihn die LEW Verteilnetz auch nutzen, um das regionale Stromnetz zu entlasten. Dies soll über eine Kooperationsvereinbarung der Netzbetreiber geregelt werden. In den Sommermonaten darf EDF power solutions Deutschland die Batteriespeicher zudem auf dem Strommarkt anbieten und somit einen dritten Nutzen erschließen.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Vergabe des Netzboosters einen weiteren wichtigen Meilenstein im Projekt erreicht haben. Die Mehrfachnutzung der Batteriespeicher – im Markt, im Verteil- und im Übertragungsnetz – ist bisher in Deutschland einzigartig”, erklärt Amprion-CEO Dr. Christoph Müller.

Die schematische Darstellung eines Batteriemoduls für den dezentralen Netzbooster. (Bild: Amprion GmbH)
Nähe zu Umspannwerken erwünscht
Der dezentrale Netzbooster mit einer Leistung von insgesamt 250 Megawatt entsteht im Umfeld der bestehenden Umspannanlagen in Gersthofen, Irsingen, Memmingen, Oberottmarshausen sowie Vöhringen. An diesen Netzanschlusspunkten werden die Batteriemodule mit je 50 Megawatt an das regionale 110-Kilovolt-Verteilnetz der LVN angeschlossen. Die gesamte Lösung soll nach dem Willen der Kooperation am 01.01.2028 in Betrieb gehen. (cp)


