19.02.2026 – Ein Wartungsteam der Bayernwerk Netz hat in der Gemeinde Zeitlarn bei Regensburg eine flexible Trennstelle an einer 20.000 Volt-Freileitung installiert.
Die Arbeiten unter Spannung-Teams der Bayernwerk Netz, kurz AuS, kümmern sich um die Instandhaltung von 20.000 Volt-Freileitungen im Mittelspannungsnetz. Hierbei ist zu betonen, dass die Freileitung nicht vom Netz genommen wird und der Arbeitseinsatz unter Spannung erfolgt. Zu den typischen Aufgaben des AuS-Teams zählen beispielsweise der Austausch von Isolatoren oder die Installation von Vogelschutzmaßnahmen. Außerdem stehen der Wechsel von Holzmasten und der Einbau flexibler Trennstellen auf der Tagesordnung.

Arbeiten unter Spannung – v.l.: Martin Peterlik, Sebastian Rothkopf und Johannes Blößl vom „Team Bayerwald“. (Bild: Petula Hermansky, Bayernwerk Netz GmbH)
Eines von insgesamt drei Teams ist das Spannungs-Team Bayerwald, das nach eigenen Angaben etwa 6.000 Kilometer 20.000 Volt-Freileitungen in Ostbayern betreut. Hinzu kommen die Teams Pfaffenhofen (Südbayern) und Bayreuth (Nordbayern). In der Gemeinde Zeitlarn nördlich von Regensburg geht es in einem von jährlich knapp 250 Einsätzen diesmal um den Einbau einer flexiblen Trennstelle. Diese dienen der Vorbereitung von Wartungsarbeiten, indem die Leistungsabschnitte gezielt getrennt werden. Ein Teil wird für die Wartung abgeschaltet und vom Teil getrennt, mit dem der Kunde weiterversorgt wird. „Die flexiblen Trennstellen kann man sich vorstellen wie einen mobilen Schalter in der Freileitung“, sagt Johannes Blößl, Kolonnenführer des AuS-Teams Bayerwald.
Genehmigung der Netzleitstelle vor Arbeitsbeginn
Bevor die Arbeiten starten können, erfolgt die großflächige Sicherung der Gemeinde Zeitlarn. Gelb-schwarze, dreieckige Aufsteller mit dem Aufdruck „Hochspannungsarbeiten“ und einem Zick-Zack-Blitz weisen darauf hin, dass in diesem Bereich Lebensgefahr durch elektrischen Strom bestehen kann. Ein bedeutender Bestandteil des Equipments für die Arbeiten ist eine spezielle Hebebühne mit mehreren hochisolierenden Komponenten für 20.000 Volt. Zu der persönlichen Schutzausrüstung aller Akteure zählen elektrisch isolierende Handschuhe und Ärmel, Schutzkleidung, Helm und Arbeitsschuhen. Ein Sicherheitsgurt mit Falldämpfer schützt zudem vor dem Sturz aus mehreren Metern Höhe. Nach Abschluss dieser vorbereitenden Maßnahmen gibt Kolonnenführer Blößl der Netzleitstelle in Neunburg vorm Wald Bescheid und schildert den genauen Arbeits- und Zeitplan am Einsatzort. Erst wenn Blößl die Arbeitserlaubnis für den Einsatz erhalten hat, kann das AuS-Team starten.
Arbeiten unter Spannung in neun Metern Höhe

Martin Peterlik und Sebastian Rothkopf vom Arbeiten unter Spannungs-Team setzen in einer 20.000-Volt-Freileitung eine flexible Trennstelle ein. (Bild: Petula Hermansky, Bayernwerk Netz GmbH)
In diesem Beispiel, der turnusmäßigen Wartung einer Turmstation, bleibt während der Arbeiten die Stromversorgung für 50 Haushalte erhalten. Mithilfe der Hebebühne in isolierenden Korbeinsätzen geht es für das Team um Johannes Blößl, Sebastian Rothkopf und Martin Peterlik zur 20.000 Volt-Mittelspannungsleitung in neun Meter Höhe. Vor dem Start der eigentlichen Wartungsarbeiten prüft Blößl per Fernglas auch benachbarte Leiterseile der Leitung. Es geht darum, potenzielle Gefährdungen (beschädigte Leiterseile, verschmutzte Isolatoren, lockere Armaturen etc.) im Spannungsfeld zwischen zwei Masten zu identifizieren.
Wenn der Betrieb sichergestellt ist, starten Rothkopf und Peterlik mit der Arbeit unter Spannung. Sie reinigen die Leitungen, sichern die Phasenseile mit isolierenden Leiterseilabdeckungen, um keine anderen spannungsführenden Potenziale im Arbeitsbereich zu haben. Danach legen sie an einem Stück des ersten Phasenseils einen Bypass, messen die Stromstärke bei Leiterseil und Bypass (mindestens 30 Prozent der Gesamtstromstärke muss über den Bypass fließen), hängen Isolator und Trennstellenbügel ein und montieren die flexible Brücke. Anschließend erfolgt das Durchtrennen des Leiterseils, sodass der Strom über die Brücke fließt – was mit einer abschließenden Messung des Stromflusses sichergestellt wird. Danach wird der Bypass demontiert und das gleiche an den beiden anderen Phasenseilen wiederholt. Nach 20 Minuten sind Sebastian Rothkopf und Martin Peterlik fertig und die Wartungsarbeiten beendet. Nachdem alles verstaut ist, geht es für das AuS-Team Bayerwald bereits zum nächsten Einsatzort. (cst)

