29.01.2026 – Das Forschungsverbundprojekt KRISNet sucht nach Wegen, um die Energieversorgung bei gefährlichen Szenarien wie etwa Extremwettereignissen oder Cyberattacken mittels einer satellitengestützten Kommunikation zu sichern.
Die Gefahreneinflüsse für den stabilen Betrieb des Stromnetzes nehmen zu: So können beispielsweise Extremwettereignisse, gezielte (Cyber-)Angriffe oder technische Störungen die Versorgung beeinträchtigen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn auch die Kommunikationssysteme im Schadens- oder Störfall mitausfallen – denn ohne sie lassen sich die Energienetze kaum noch stabil steuern oder schnell und sicher wieder hochfahren.
Genau an diesem Punkt setzen das Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS), die Universität Passau sowie das Zentrum für Telematik (ZfT) aus Würzburg mit ihrem Forschungsverbundprojekt KRISNet an. Ihr Ziel ist es, eine widerstandsfähige Versorgungsinfrastruktur zu entwickeln, die für digitalisierte Stromnetze und weitere kritische Infrastrukturen jederzeit eine verlässliche Kommunikation ermöglicht.

Symbolbild: Der Aufbau eines europäischen erdnahen Satellitennetzes soll bei der Steuerung von kritischer Infrastruktur helfen. (Bild: solom / stock.adobe.com (KI-generiert))
Zu diesem Zweck verfolgt KRISNet den Aufbau eines eigenen, souveränen Satellitennetzwerks in erdnaher Umlaufbahn, das im ersten Schritt durch einen Demonstrationssatelliten erprobt wird. Das geplante spätere Satellitennetz in einer niedrigen Umlaufbahn (LEO = low earth orbit) soll unter deutscher – beziehungsweise europäischer – Kontrolle betrieben werden und die Kommunikationsinfrastruktur gezielt stärken, um sie auch in Krisen- und Ausnahmesituationen funktionsfähig zu halten.
Durchgängiger Informationsaustausch
Darüber hinaus untersucht das Projekt nach eigenen Angaben Kommunikations- und Datenfusionstechnologien im Weltraum, bei denen Daten bereits direkt auf Satelliten verarbeitet werden. Auf diese Weise sollen wichtige Informationen schneller bereitgestellt sowie neue Anwendungen für Krisenmanagement und den sicheren Betrieb von Energieanlagen mit geringstmöglicher Verzögerung ermöglicht werden. Um die Praxistauglichkeit sicherzustellen, soll dieses System gemeinsam mit ausgewählten Verteil- und Übertragungsnetzbetreibern unter realistischen Belastungs- und Störungsszenarien erprobt werden – sowohl in Simulationen als auch in Tests mit realen Demonstrationsanlagen.
Darüber hinaus untersucht das Projekt nach eigenen Angaben Kommunikations- und Datenfusionstechnologien im Weltraum, bei denen Daten bereits direkt auf Satelliten verarbeitet werden. Auf diese Weise sollen wichtige Informationen schneller bereitgestellt sowie neue Anwendungen für Krisenmanagement und den sicheren Betrieb von Energieanlagen mit geringstmöglicher Verzögerung ermöglicht werden. Um die Praxistauglichkeit sicherzustellen, soll dieses System gemeinsam mit ausgewählten Verteil- und Übertragungsnetzbetreibern unter realistischen Belastungs- und Störungsszenarien erprobt werden – sowohl in Simulationen als auch in Tests mit realen Demonstrationsanlagen.

Das interdisziplinäre Team des Forschungsverbundprojekts KRISNet beim Kick-off-Meeting in Erlangen. (Foto: Siemens AG/Fabian Graf)
Das Projektkonsortium
Das Forschungsvorhaben KRISNet nutzt ein Gesamtprojektvolumen von acht Mio. Euro und wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung (SIFO) mit 5,9 Mio. Euro gefördert. Das interdisziplinäre Projektkonsortium umfasst zehn Partner: Siemens AG (Energieübertragungs- und Verteilnetze) als Konsortialführer, Universität Passau (Energieinformatik), esc Aerospace GmbH (sichere Kommunikation), Infineon Technologies AG (Hardware-Sicherheitsanker), Giesecke+Devrient Mobile Security Germany GmbH (Sicherheitstechnik), Zentrum für Telematik Würzburg (Kleinsatelliten), Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (Smart Grids) sowie assoziierte Industriepartner wie Amprion GmbH (ÜNB), ÜZ Mainfranken eG (Regionaler Energieversorger) und Nokia Solutions and Networks (Kommunikationsnetze). (cp)


