13.03.2026 – Die Bundesnetzagentur veröffentlichte jetzt die Daten zu Lieferantenwechseln im Jahr 2025. Interessante Details zu Kosten und Einsparpotenziale liefert zeitgleich das Verbraucherportal StromVergleich.
Im Jahr 2025 haben laut Bundesnetzagentur 6,7 Millionen Haushalte ihren Stromlieferanten gewechselt und damit insgesamt rund 280 Millionen Euro gespart. Die Lieferantenwechsel lagen damit nur geringfügig unter denen im Rekordjahr 2024, als 6,9 Millionen Haushaltskund:innen ihren Stromlieferanten wechselten. Dies führte zu einer geschätzten finanziellen Entlastung von rund 2,3 Milliarden Euro im Strombereich.
Regionalvergleich: Thüringen ist teuer
Wie stark die Stromkosten und dementsprechend die Einsparpotenziale variieren, schlüsselt eine neue Analyse des Verbraucherportals StromAuskunft auf. Grundlage der Untersuchung ist der von StromAuskunft entwickelte Strompreis-Atlas für Haushalte in Deutschland , der Strompreise für 6.355 Städte und Gemeinden analysiert. Berechnet wurden die jährlichen Stromkosten für einen Modellhaushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden.
Demnach liegen die niedrigsten Stromkosten in der Grundversorgung bei 1.052 Euro jährlich, während Kund:innen bei den teuersten Anbietern 2.195 Euro pro Jahr bezahlen. Besonders große Unterschiede zeigen sich im regionalen Vergleich einzelner Städte und Gemeinden. Während Haushalte im bayerischen Stockstadt am Main in der Grundversorgung rund 1.052 Euro pro Jahr für Strom bezahlen, liegen die Stromkosten im baden-württembergischen Eberbach bei 2.195 Euro jährlich – ein Unterschied von über 1.140 Euro pro Jahr.
Eine Auswertung der 50 teuersten Stromregionen Deutschlands zeigt eine starke regionale Konzentration. 47 der 50 teuersten Stromregionen liegen in Thüringen. Weitere Regionen befinden sich in Sachsen sowie Baden-Württemberg.
Erhebliche Einsparpotenziale
Der freie Markt dagegen präsentiert sich laut StromAuskunft deutlich einheitlicher und günstiger. So liegen die jährlichen Kosten beim günstigsten Anbieter außerhalb der Grundversorgung im Schnitt bei nur 854 Euro. Durch einen Wechsel von der Grundversorgung zum günstigsten Anbieter können Haushalte im bundesweiten Durchschnitt etwa 561 Euro jährlich sparen. In extremen Regionen liegt die mögliche Ersparnis sogar bei über 1.100 Euro.
Auch Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur zieht ein klares Fazit„Der Wechsel des Energielieferanten ist für Kundinnen und Kunden eine attraktive Möglichkeit, um ihre Kosten zu senken.”
Neukundenpreise gesunken
Nach der Modellierung der Bundesnetzagentur sind die Neukundenpreise für Strom und Gas im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Im Januar 2026 lag der modellierte Strompreis für Neukunden bei 34,9 ct/kWh und damit rund sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh können Haushalte durch einen Lieferantenwechsel im Schnitt rund 95 Euro pro Jahr einsparen. Sollten Haushalte 2026 ähnlich häufig wechseln wie 2025, könnten sich die Entlastungen auf rund 590 Millionen Euro summieren.
Was davon tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen, denn insgesamt ist die Wechselbereitschaft im Stromsegment nach wie vor gering. Auch 2025 ist ein Großteil der Verbraucher:innen bei ihrem Lieferanten geblieben. Zugleich wird der Bundesnetzagentur in diesem Zusammenhang zunehmend von Problemen auf der Verteilernetzebene berichtet, die diesen Lieferantenwechsel erschweren. (pq)




