02.10.2025 – Der erste Handelstag in der Day-Ahead-Auktion mit Viertelstundenprodukten ist positiv verlaufen. Unter dem Strich summierte sich das gehandelte Stromvolumen für den Premieren-Liefertag am 1. Oktober 2025 auf 801 GWh.
Die Einführung der Day-Ahead-Auktion mit 15-Minuten-Produkten ist in der deutsch-luxemburgischen Gebotszone geglückt: Mit der Umstellung zum 1. Oktober 2025 folgt die europäische Strombörse EPEX Spot den Vorgaben aus der Electricity Balancing Guideline (EBGL) und dem Clean Energy Package, wonach die Bilanzausgleichsperiode auf 15 Minuten harmonisiert werden muss. Damit sind nun nicht mehr 24 Stunden, sondern 96 Viertelstunden das neue Marktstandardprodukt im europäischen Stromgroßhandel.
Laut Angaben des Stromvermarkters FlexPower wurden am ersten Handelstag im 15-Minuten-Takt Strommengen mit einem Volumen von 801 GWh gehandelt. Verglichen mit dem direkten Vortagsergebnis – an dem noch im alten Stundentakt gehandelt wurde – bedeutete dies sogar einen leichten Anstieg von 5 Prozent (Handelsvolumen zum 30.09.2025: 763 GWh).
Differenzierte Preissignale
Bereits die erste Auktion lieferte differenzierte Preissignale: Während der durchschnittliche Preis über alle 96 Viertelstunden bei 116,6 EUR/MWh lag, handelte die teuerste Viertelstunde (19:00-19:15) bei 408,5 EUR/MWh und die günstigste zur Solarspitze (11:45-12:00 Uhr) bei 61,4 EUR/MWh. Der höchste Preisunterschied zweier benachbarter Viertelstunden (18Q3 und 18Q4) lag bei 96 EUR/MWh und bildet damit einen deutlichen Preisanstieg in der Abendrampe ab. Zudem bildete sich das bei vielen Stromhändlern bekannte „Zickzack“-Muster in den sogenannten Rampen auch in der Day-Ahead-15-Minuten Auktion ab.

Ergebnisse der ersten Day-Ahead-Auktion mit 15-Minuten-Produkten für den Liefertag 01.10.2025. (Bild: FlexPower GmbH)
Zusätzliche Liquidität
Die Einführung der 15-Minuten-Auktion gilt als wichtiger Schritt für die weitere Integration erneuerbarer Energien. Präzisere Preissignale sollen zudem Flexibilitäten wie Speicher und Demand Response stärker in den Markt ziehen und die Ausgleichsenergiekosten senken.
Amani Joas, Gründer und Geschäftsführer von FlexPower, erwartet noch weitere Vorteile: „Mit der erfolgten Anpassung des Marktdesigns in der Day-Ahead-Auktion entsteht zusätzliche Liquidität in den Viertelstundenkontrakten, was den Wettbewerb stärkt und am Ende für die Verbraucher einen Mehrwert schafft. Für die kommenden Auktionen erwarten wir daher eine allmähliche Verbreiterung der Liquidität in den Viertelstundenprodukten. Mittelfristig rechnen wir mit einer Preisstruktur, die sich rational dem wechselnden Angebot aus Wind-, Solar- und konventioneller Einspeisung auf der einen und der viertelstündlichen variablen Nachfrage auf der anderen Seite anpasst.“ (cp)
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