29.01.2026 – Die Energiebranche wird zu einer Schlüsselbranche für den Standort Deutschland, doch der Innovationsdruck steigt in allen Marktrollen. Die Aussteller auf der Messe halten spannende neue Lösungsansätze für die anstehenden Herausforderungen bereit.

Foto: Philipp Behrendt/©E-world energy & water GmbH
Der Erfolg einer Fachmesse spiegelt neben der realen Stärke eines Marktes immer auch die Erwartungen der Anbieter an dessen Potenziale wider – auch und gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, zeigen die eindrucksvollen Zahlen der diesjährigen E-world energy & water einerseits die stetig steigende Bedeutung der Energiebranche, aber auch die großen Hoffnungen, welche die knapp 1.000 Aussteller aus 34 Nationen in deren Innovations- und Investionsbereitschaft setzen.
Tatsächlich ist es in unserer zunehmend digitalisierten und elektrifizierten Welt von existenzieller Bedeutung, dass der benötigte Strom zuverlässig verfügbar ist, möglichst klimaneutral erzeugt wird und bezahlbar bleibt. Die Herausforderungen in diesem Spannungsfeld sind enorm, und gelegentlich erleben wir, was passiert, wenn ein Rädchen in diesem komplexen Getriebe klemmt. Dass das vergleichsweise selten geschieht, ist zum einen den Versorgern und Netzbetreibern sowie ihren Dienstleistern und Technologiepartnern zu verdanken. Sie bewältigen eine steigende Aufgabenfülle trotz zunehmend knapper Ressourcen und stemmen neben dem Tagesgeschäft immer wieder eindrucksvolle Transformationsprojekte. Beim Ausbau der Erneuerbaren und ihrer Integration in die Netze sind wir 2025 wieder ein gutes Stück vorangekommen. Viele Versorger haben ihre Geschäftsfelder und ihre Prozesse modernisiert. Das ist gut und schafft Wertschöpfung, die die Branche dringend benötigt.
Offene Baustellen
Fachforum | Halle 4 | 12. Februar 2026
E-WORLD CAREER DAY
Am dritten Messetag bietet die E-world wieder die Chance dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen. Junge Nachwuchskräfte sind nach Essen eigeladen, sich über Arbeitgeber, Karrieren und Perspektiven in der Energiebranche zu informieren. Auf dem Programm in Halle 4 stehen spannende Vorträge, Live-Formate und Challenges sowie viel Raum für persönliche Gespräche.
Doch niedliche Chatbots oder komfortable Kundenportale ändern nichts daran, dass viele Kund:innen ihre Zählerstände noch persönlich übermitteln und monatelang warten müssen, bevor die PV-Anlage in Betrieb gehen kann. Kurz: Viele Pflichtaufgaben bleiben liegen und Chancen ungenutzt: Selbst der verpflichtende Smart Meter-Rollout ist nach wie vor weit von der Ziellinie entfernt. In der Folge fehlen nicht nur die Datengrundlagen für Transparenz und Steuerung in den Verteilnetzen. Auch interessante Tarif- und Produktangebote für Prosumerhaushalte, die zudem die Netze entlasten würden, laufen ins Leere. Kein Wunder also, dass neue Energiedienstleister oder unabhängige Stromanbieter diesen Markt für sich entdecken – und damit gleichzeitig mehr Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen und private Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge in die Fläche kommen. Auch bei den nächsten Schritten – der Nutzung und Vermarktung von Flexibilitäten stehen sie bereits in den Startlöchern. In den Netzen geht es inzwischen schneller voran und die am Markt verfügbaren Digitalisierungskonzepte werden zumindest erprobt und evaluiert. Doch auch in Netzbetrieb, -planung und -ausbau drängt die Zeit: Störungen und Eingriffe in der Mittel- und Niederspannung sind an der Tagesordnung.
Einfache Auswege
Der Handlungsbedarf ist auch im kleinsten Stadtwerk bekannt, doch die Ursachen zu beheben, liegt nicht allein in den Händen der Versorger und Netzbetreiber: Knappe Finanzen, steigende Personalnot, praxisferne regulatorische Vorgaben und vor allem eine überbordende Bürokratie hemmen das Tempo.
Tag der Kommunen
Bei Energiewende und Dekarbonisierung spielen die Kommunen eine zentrale Rolle, doch die Anforderungen sind komplex. Der Tag der Kommunen (am 12.02.26) bietet ein vielfältiges Programm mit Best Practices, Erkenntnissen aus erfolgreich umgesetzten Projekten und konkreten Handlungsempfehlungen. Ergänzend dazu bestehen zahlreiche Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch zu Themen wie Erneuerbare Energien, Wärmeplanung, Klimafolgenanpassung, Smart City oder Digitalisierung, ernegieeffiziente Gebäude oder Infrastruktur. Der Eintritt ist frei. (pq)
Wie man jedoch auch hier gegensteuern kann, zeigt die diesjährige E-world auf eindrucksvolle Weise – in der Beschaffung oder im Portfoliomanagement, im Metering, den Netz- oder Kundenprozessen oder den übergreifenden internen Aufgaben. In allen Themenfelder demonstrieren die ausstellenden Unternehmen, wie sich Abläufe automatisieren und vereinfachen lassen. Der Smart Meter Rollout muss nicht mehr an fehlender Netzabdeckung, Mangel an technischem Personal oder holprigem Datenmanagement scheitern. Kein Netzbetreiber muss seine aktuellen und künftigen Anschlusskapazitäten manuell berechnen oder die regulatorischen Berichtspflichten per Excel-Tabelle erfüllen. Stadtwerke können mit Speichervermarktung, HEMS oder Energiegemeinschaften Geld verdienen und neue Finanzierungsmodelle nutzen. Energieverbräuche lassen sich spartenübergreifend digital auslesen und KI-basiert analysieren. Netzleitstellen können remote betrieben werden, IT-Projekte – mit oder ohne SAP – einfach und effektiv sein.
All das und mehr gibt es auf der E-world zu sehen. Der schnellere Weg in die Energiezukunft ist offen und es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Unternehmen ihn einschlagen. (pq)


