EMH liefert erstes Hyper- und Megawattcharger-Testsystem an Alpitronic in Bozen

V. l. n. r. Manuel Kofler (Team Manager HW Development), Dr. Sebastian Mathar (R&D Site Manager Munich), Dipl. Ing. Michael Schwan (EMH Serviceleitung After Sales Service – Prüftechnik) (Foto: © EMH Energie-Messtechnik GmbH)
Im Unterschied zu klassischen Testsystemen für Anwendungen in der E-Mobilität, benötigt das PTS 3.1 genX DC MCS als Prüflast keinen integrierten Batteriespeicher oder große Lüftereinrichtungen, die die elektrische Energie in Form von Wärme an die Umgebung abgeben. Vielmehr simuliert das System die von einer DC-Ladesäule abgegebene Leistung mit Hilfe sogenannter Phantomlast: Statt den Energiefluss von der Ladesäule zur Autobatterie über ein zwischengeschaltetes Prüfgerät zu messen und mit den Daten des Stromzählers abzugleichen, entsteht die notwendige Prüflast über ein komplexes Verfahren aus dem Ladestrom selbst. Je nach Anforderung kann die Spannungsmessung nur für den Endpunkt des Ladekabels erfolgen (PTS 3.1 genX DC I), oder in die Kalibrierung werden zusätzlich auch die Lasten im Inneren der Ladesäule einbezogen (PTS 3.1 genX DC II).
Prüflösung für große Bandbreite an Leistungen
Das von EMH genutzte Testverfahren folgt der neuen Norm DIN VDE V 0122-2-100, in der die Hard- und Softwareanbindung entsprechender Prüfmittel an moderne elektrische Ladeinfrastruktur beschrieben ist. Im Ergebnis der dadurch erzielten Gewichtseinsparung konnte EMH ein System realisieren, das die mobile und eichrechtskonforme Prüfung von Ladesäulen mit DC-Leistungen bis zu 3MW auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich macht. Alternativ kann das PTS 3.1genX DC MCS ebenfalls für die werksinterne Abnahmeprüfung neuer Ladestationen verwendet werden. Mit nur einem einzigen Testsystem kann auf diese Weise die eichrechtskonforme Prüfung einer großen Bandbreite an Ladesäulen unterschiedlicher Leistungen gewährleistet werden.
Reserven für zukünftige Anwendungsfälle

genX DC MCS simuliert die von einer DC-Ladesäule
abgegebene Leistung mit Hilfe sogenannter Phantomlast . (Foto: © EMH Energie-Messtechnik GmbH)
Das aktuelle Produktportfolio des Premierenkunden Alpitronic umfasst DC-Schnellladesäulen, die Leistungen von 50 bis 400 kW bieten und nach kundenspezifischen Vorgaben modular konfigurierbar sind. Seit 2025 bietet Alpitronic zudem das dezentrale Ladesystem HYC1000 an, an dem sowohl über CCS- als auch MCS-Standard mit bis zu 1 MW geladen werden kann. Das Megawatt-Ladesystem eignet sich insbesondere für schwere Elektro-Lkw und -Busse, kann jedoch je nach Modifikation ebenso für das Schnellladen von E-Autos eingesetzt werden. In der Standardversion auf Prüflasten bis 600 kW ausgelegt, kann das an Alpitronic gelieferte Testsystem auch im Bereich Megawatt-Charging (MCS) mit Leistungen bis zu 1.500 V / 2.000 A / 3 MW DC eingesetzt werden.
„Die für Alpitronic maßgeschneiderte Lösung bietet ausreichend Reserven, um damit auch die nächsten Generationen an noch leistungsstärkeren Hyperchargern prüfen zu können“, sagt Karsten Schröder, Geschäftsführer der EMH Energie-Messtechnik GmbH. „Die Entscheidung von Alpitronic für den Einsatz unseres Systems belegt zugleich die Richtigkeit unserer Strategie, Neuentwicklungen von Anfang an mit Reserven für die Zukunft auszustatten“, so Schröder weiter. „Und hohe Prüflasten kommen nunmehr auch ohne schwergewichtige Prüfmittel aus.“
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