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14 Thesen zur Digitalisierung des Energiesystems

26.10.2022 – Mit der Studie „Digitalisierung des Energiesystems – 14 Thesen zum Erfolg“ positioniert sich das Fraunhofer Exzellenzcluster CINES zur Digitalisierung des Energiesystems. CINES ist ein Zusammenschluss von Fraunhofer-Instituten und adressiert die zentralen technologischen und ökonomischen Herausforderungen der Energiewende und bündelt so die Kompetenzen für angewandte Energieforschung in der Fraunhofer-Gesellschaft.

Die erarbeiteten Thesen sollen die Potenziale einer weitreichenderen Digitalisierung der verschiedenen Sektoren und gleichzeitig aktuelle Hemmnisse aufzeigen. Im ersten Schritt wurden aktuelle Trends in den Bereichen Energie und Digitalisierung analysiert und der Status quo der Digitalisierung im Energiesystem bestimmt. Darauf aufbauend wurden in Zusammenarbeit mit internen und externen Expert:innen 14 Thesen aufgestellt, die auch Handlungsempfehlungen für Akteure im Energiesystem und die Politik enthalten.

Solaranlage Daten Punkte

Foto: metamorworks / shutterstock.com

Digitalisierung des Energiesystems: Fünf Schwerpunkte

Die Thesen der Studie sind in fünf Schwerpunkte gegliedert, die sich aus einer Analyse der relevantesten Trends der Energiesystemtransformation und der Digitalisierung ergeben: Datenökonomie, Sektorenkopplung, Anlagenkommunikation, Netzplanung und Netzbetrieb sowie Cybersicherheit. Schwerpunkt der Analyse und der Handlungsempfehlungen war die deutsche Regulatorik und Gesetzeslage. Neben dem nationalen Fokus zur Weiterentwicklung der Digitalisierung im Energiesystem wollen die Autor:innen auch einen Impuls für eine europäische Strategie geben.

Zentraler Schlüssel zur Umsetzung der Energiewende

„Zusammenfassend sind die Autor:innen der Ansicht, dass die Digitalisierung einen zentralen Schlüssel zur Umsetzung der Energiewende darstellt. Ohne eine weitreichende und konsequente Digitalisierung von der Anlagensteuerung, über die gesamte Netzkaskade bis in die einzelnen Sektoren ist eine ökonomische und rechtzeitige Energiewende nicht machbar“, so das Fazit von Manuel Wickert vom Fraunhofer IEE, der die Dimension Digitalisierung im Cluster CINES leitet.

Die 14 Thesen zur Digitalisierung des Energiesystems lauten:

These 1: Der Wert von Energie ist zukünftig abhängig von den verknüpften Daten
These 2: Digital getriebene Wertschöpfungsnetzwerke sind die Zukunft der Energieversorgung
These 3: Ein souveränes und resilientes europäisches Energiesystem benötigt eine EU-Basis-IKT
These 4: Ohne eine digitalisierte Sektorenkopplung steigen die Kosten der Transformation des Energiesystems erheblich
These 5: Tragfähige energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle für eine digitalisierte Sektorenkopplung auf Quartiersebene scheitern derzeit an regulatorischen Hürden
These 6: Eine effiziente Dekarbonisierung des Wärmesektors ist nur mit Digitalisierung zu erreichen
These 7: Das intelligente Messsystem wird in der Anlagenkommunikation von anderen Lösungen überholt
These 8: Die Energiewende braucht Anlagenkommunikation basierend auf aktuellen IT-Technologien und offener Dokumentation
These 9: Moderne Anlagenkommunikation ist plug&play-fähig und ermöglicht akteursübergreifende Prozessautomatisierung
These 10: Digitalisierung ist notwendige Kernkompentenz im zukünftigen Stromnetzbetrieb
These 11: Eine dezentrale Energiewende bedeutet vollständige Digitalisierung bis in die unteren Netzebenen
These 12: Die rechtzeitige Umsetzung der Energiewende kann nur durch eine vollständige Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsprozessen gelingen
These 13: Cyberresilienz wird Cybersecurity ablösen
These 14: Zuverlässige EV-Netze bedürfen zuverlässiger Kommunikationsnetze (ds)

www.iee.fraunhofer.de