Digitalisierung: Deutschland im Mittelfeld

11.08.2025 – Im neuen Bitkom-DESI-Index klettert Deutschland zwar leicht nach oben, bleibt aber weit hinter den Spitzenländern zurück. 

Deutschland hat im aktuellen Bitkom-DESI-Index leicht aufgeholt und belegt unter den 27 EU-Mitgliedstaaten Platz 14. Im Vorjahr lag die Bundesrepublik noch auf Rang 16, in früheren Jahren zeitweise auf Platz 12 oder 13. Damit liegt Deutschland zwar über dem EU-Durchschnitt, bleibt aber deutlich hinter den Spitzenreitern zurück. Platz eins sichert sich Finnland, gefolgt von Dänemark, den Niederlanden, Malta und Schweden. 

Schwächen in der digitalen Verwaltung 

Der von Bitkom auf Basis der EU-Methodik erstellte Index bewertet die digitale Leistungsfähigkeit in vier Kategorien. Am besten schneidet Deutschland in der digitalen Wirtschaft ab (Rang 8), gefolgt von der Netzqualität (Rang 9) und den digitalen Kompetenzen (Rang 15). Deutlich schwächer ist die digitale Verwaltung: Hier reicht es nur für Platz 21. 

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sieht darin ein strukturelles Problem und fordert einen massiven Abbau von Bürokratie, den Ausbau digitaler Kompetenzen und mehr Tempo bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltungen. 

(Grafik: Bitkom)

(Grafik: Bitkom)

Nutzung hinkt dem Ausbau hinterher 

Bei der Infrastruktur zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen technischer Ausstattung und tatsächlicher Nutzung. 99 Prozent der Haushalte sind mit 5G versorgt, 78 Prozent könnten Gigabit-Anschlüsse nutzen. Gebucht haben sie aber nur sechs Prozent – 16 Prozentpunkte weniger als im EU-Durchschnitt. 

Besonders die hohen Stromkosten für die Digitalwirtschaft sieht Wintergerst als Wettbewerbsnachteil. Investitionen müssten angeregt, Regulierungen gestoppt und digitale Bildung gestärkt werden – von der Schule bis zur Weiterbildung. „Digitalisierung kann nur gelingen, wenn sie als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, Rankings zu gewinnen – es geht um ein digital souveränes, effizientes und resilientes Deutschland.“ 

Der Bitkom-DESI-Index basiert auf Daten, die die EU-Kommission seit 2014 erhebt. Die EU veröffentlicht seit 2023 kein eigenes Gesamtranking mehr, sondern nur noch Einzelindikatoren. Bitkom hat diese zu einem Gesamtwert zusammengeführt und Inkonsistenzen bereinigt. Schlusslichter der aktuellen Rangliste sind Bulgarien, Griechenland und Rumänien. (pms) 

www.bitkom.org 

(Beitragsbild: Zerbor / stock.adobe.com)