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Marktstudie: Überblick über ERP-Lösungen für EVU

29.06.2022 – Klimawende, Digitalisierung und zunehmende Versorgungsengpässe – die Energiewirtschaft befindet sich derzeit massiv im Umbruch. Um die Digitalisierung voranzutreiben, erwarten die Stakeholder, dass Unternehmen mit neuen Geschäftsmodellen und innovative Lösungen für die Dekarbonisierung den Weg in die Zukunft bereiten. Damit gehen auch neue Anforderungen an die Enterprise-Resource-Planning-Lösungen (ERP) der Unternehmen einher.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) hat mit der Neuauflage ihrer ERP-Studie für die Energiewirtschaft untersucht, inwiefern aktuelle Lösungen führender ERP-Anbieter diese Anforderung erfüllen können. Die Grundlage dafür bildet eine Befragung von insgesamt 16 Anbietern. Die Studienergebnisse sollen Energieversorgungsunternehmen (EVU) einen transparenten Überblick über die am Markt verfügbaren ERP-Lösungen liefern.

Foto: Miha Creative / Shutterstock.com

Hoher Veränderungsdruck durch Klimawende, Digitalisierung und Dezentralisierung

„Die Entwicklung von nachhaltigen Energieprodukten führt in Kombination mit der zunehmenden Dezentralisierung der Stromerzeugung zu immer kleinteiligeren Dienstleistungsangeboten. Zugleich verändern sich im Zuge der Digitalisierung auch die Kundenbedürfnisse massiv“, sagt Michael Kopetzki, Partner, Energy & Utilities bei PwC Deutschland. Laut der Studie reagieren ERP-Anbieter auf diese veränderten Rahmenbedingungen, in dem sie ihre Systemarchitekturen modernisieren. So würden gängige Lösungen zunehmend auf Webservices und Betriebsmodelle in der Cloud umgestellt. Lieferanten, Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und andere Energiedienstleister müssen der Studie zufolge auf diesen Veränderungsdruck reagieren und ihre ERP-Systeme modernisieren. Ein notwendiger Schritt, der allerdings nicht ganz unproblematisch ist. „Den notwendigen Investitionen in die Modernisierung der IT-Landschaft stehen die zum Teil drastischen Gewinneinbrüche durch die angespannte Lage am Rohstoffmarkt und die Pflicht zur Grund- und Ersatzversorgung entgegen“, sagt Folker Trepte, Leiter Energiewirtschaft bei PwC Deutschland.

Schrittweise Modernisierung der ERP-Systeme empfohlen

Angesichts des Kostendrucks vertretbare Kompromisse bei der Modernisierung der ERP-Systeme zu finden, empfehlen die Studienautor:innen ein schrittweises Vorgehen. Modulare, plattformbasierte Lösungen würden eine solche Strategie begünstigen. Sie ermöglichen die Implementierung neuer Funktionen, wie z.B. für die Personalplanung oder Verbrauchsabrechnung, ohne das komplette System aktualisieren zu müssen.

Über einen mehrstufigen Roll-Out neuer Funktionen ließen sich bei vielen Anbietern auch die Schnittstellen zu den Kunden digitalisieren, ohne die dahinterliegende Architektur auszutauschen. So haben sich der Studie zufolge in den letzten Jahren neue Anbieter in Bereichen wie der Abrechnungssoftware für energiewirtschaftliche Prozesse etabliert und in diesem Segment Marktanteile gewonnen. (ds)

www.pwc.de/erp-studie