10.09.2026 – Mit der Partnerschaft von chargecloud und Hubject soll künftig die Möglichkeit für Plug & Charge an kompatiblen AC-Ladepunkten angeboten werden.
Der europäische Anbieter cloudbasierter Softwarelösungen für Ladeinfrastruktur chargecloud und Hubject, Spezialist für E-Roaming und Plug-&-Charge-Infrastruktur, kündigten auf der ICNC26 in Berlin ihre künftige Technologiepartnerschaft an. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Plug & Charge – auch für AC-Ladepunkte ermöglichen. Dazu wird die Public Key Infrastructure (PKI) von Hubject in das Charge-Point-Management-System (CPMS) von chargecloud integriert. Für Kunden von chargecloud werden diese Funktionen automatisch verfügbar sein – eine zusätzliche Integration ist nicht erforderlich.

chargecloud und Hubject schließen technische Partnerschaft und ermöglichen Plug & Charge auch für AC-Ladepunkte. (v.l.n.r.: Oliver Adrian, COO & CRO chargecloud, Christian Hahn, CEO Hubject, Markus Bach, CEO & CTO chargecloud) Bild: chargecloud GmbH
AC-Ladepunkte im Fokus
Bisher wurde Plug & Charge fast ausschließlich von DC-Schnellladern unterstützt, obwohl der größte Teil der Ladevorgänge mithilfe von AC-Ladeinfrastruktur durchgeführt wird. Dazu gehören Firmenparkplätze, Flottendepots, im Einzelhandel und in kommunalen Netzen. Plug & Charge ist technisch bereits seit Jahren auch für das AC-Laden definiert. Genutzt wird es meist von denselben Nutzern – die täglich laden und von der reibungslosen, automatisierten Authentifizierung profitieren würden.
Mit der Integration der Hubject-PKI in das chargecloud Operating System (OS) schließt sich die Lücke. Wenn ein Elektrofahrzeug an einen AC-Ladepunkt angeschlossen wird, kann die Authentifizierung mithilfe eines im Fahrzeug hinterlegten Zertifikats automatisch durchgeführt werden. Zusätzliche Interaktionen mit einer RFID-Karte oder dem Display sind nicht notwendig.
Voraussetzungen sind ein ISO-15118-2-fähiger Ladepunkt, ein dementsprechend ausgestattetes Fahrzeug und ein gültiger Vertrag, dessen Vertragszertifikat durch einen Plug-&-Charge-fähigen E-Mobility-Provider (EMP) im Fahrzeug hinterlegt wurde.
Sichere Identifizierung nach ISO 15118
Die Grundlage für Plug & Charge ist die – von Hubject betriebene Public Key Infrastructure. Ohne einen „Trust Anchor“ ist die standardkonforme Implementierung nach ISO 15118 nicht möglich. Hubject unterstützt auch die Prüfung der Interoperabilität zwischen Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur. Es gibt öffentlich einsehbare Listen von zertifizierten Herstellern und Fahrzeugmodellen.
Diese Infrastruktur wird von chargecloud in die Infrastruktur das chargecloud OS integriert und kann das Plug & Charge als betriebsfähiges Feature für CPO-Kunden bereitstellen. Auch die Betreiber der Ladeinfrastrukturen benötigen keine eigene technische Integration. Im Zuge des Rollouts wird die Funktion für alle Ladepunkte aktiviert, sofern deren Hardware die Voraussetzungen erfüllt. Derzeit läuft bereits eine Pilotphase mit den ersten CPOs.

Sobald ein Fahrzeug an einen kompatiblen AC-Ladepunkt angeschlossen wird, authentifiziert es sich automatisch über ein im Fahrzeug hinterlegtes Zertifikat. (Bild: chargecloud GmbH)
Mehr Komfort, weniger Fehlerquellen
Im Vergleich zu RFID-Karten ermöglicht die Integration für CPO-Kunden von chargecloud eine sichere und komfortable Authentifizierungsmethode. Mit dem Einstecken des Kabels startet der Ladevorgang automatisch, was die Nutzererfahrung für die Endkunden verbessert. Auch der Support-Aufwand verringert sich durch die Reduzierung möglicher Fehlerquellen. Eine Vielzahl der Elektrofahrzeuge unterstützen bereits Plug & Charge.
„Plug & Charge hat sich auf DC-Schnellladern bewährt, aber das eigentliche Potenzial liegt im AC-Bereich, wo die große Mehrheit aller Ladevorgänge stattfindet und wo oft dieselben Fahrzeuge regelmäßig laden. Mit der Integration der Hubject-PKI in unser OS machen wir die Technologie nun auch für dieses Segment zugänglich – ohne zusätzlichen Integrationsaufwand für unsere CPO-Kunden“, fasst Oliver Adrian, COO & CRO der chargecloud GmbH, zusammen. „Das ist ein wichtiger Schritt, um Laden so einfach wie möglich zu machen und potenzielle Fehlerquellen wie gefälschte Karten und ausgefallene oder spiegelnde Displays auszuschalten – einfach einstecken, laden, weiterfahren.“ (rp)
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