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Wo Ladesäulen wirklich gebraucht werden

 04.08.2026 – Im Projekt STRALI haben Forschende der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit mittelständischen Partnerunternehmen ein Planungstool für kommunale Ladeinfrastruktur entwickelt. 

Bild: bluedesign/stock.adobe.com

Wie lässt sich Ladeinfrastruktur so planen, dass Bürger:innen, Unternehmen und Kommunen gleichermaßen davon profitieren? Und wie könnte eine strategisch platzierte Ladeinfrastruktur das Mobilitätsverhalten beeinflussen, verschiedene Verkehrsmittel sinnvoll miteinander verknüpfen und die Elektrifizierung – etwa in Gewerbegebieten – fördern? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, analysierte das interdisziplinäre Forschungsteam der Universität Duisburg Essen (UDE), zunächst das Mobilitätsverhalten in den Essener Stadtteilen Frohnhausen und Altendorf. Die Ergebnisse lieferten die Grundlage, um ein detailliertes Verkehrsmodell zu entwickeln und mit realen Verkehrs- und Nutzungsdaten abzugleichen. „Ladeinfrastruktur lässt sich nicht allein anhand von Verkehrszahlen planen“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Ellen Enkel. „Erst die Kombination aus Mobilitätsverhalten, Verkehrs- und Infrastrukturdaten sowie sozioökonomischen Faktoren zeigt, wo neue Ladepunkte den größten Nutzen entfalten.“ 

Die Erkenntnisse flossen in ein neues Planungstool für Ladeinfrastruktur ein, das federführend von der IT-Objects GmbH entwickelt wurde und auf einer Verkehrsflusssimulation der Schotte Automotive GmbH & Co. KG sowie des Lehrstuhls für Mechatronik der Universität Duisburg-Essen basiert. Das Tool ermöglicht Kommunen, verschiedene Ausbauszenarien zu simulieren und direkt miteinander zu vergleichen. Dabei bewertet es unter anderem den prognostizierten Energiebedarf, die Erreichbarkeit und die Auslastung möglicher Standorte. Zugleich zeigt die Lösung, wie sich neue Ladesäulen auf den Verkehrsfluss auswirken und berücksichtigt sowohl kommunale Ziele als auch die Interessen der Betreiber. So können Kommunen nachvollziehbar entscheiden, welche Standorte den größten Nutzen versprechen. 

Nach Abschluss des Projekts soll das Planungstool in weiteren Kommunen eingesetzt werden. Die Forschenden wollen die Anwendung dafür weiterentwickeln und den Planungsprozess bis zur tatsächlichen Umsetzung neuer Ladeinfrastruktur begleiten. (pq) 

www.uni-due.de/strali/