Analyse zeigt kräftigen Anstieg des PV-Eigenverbrauchs

05.12.2025 – Forschende des Fraunhofer ISE haben eine Methode entwickelt, um den Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom systematisch zu bestimmen.  

(Bild: Studio Harmony / stock.adobe.com)

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Bis 2009 speisten Betreiber ihren Solarstrom fast vollständig ins Netz ein, weil die Vergütung höher war als der Haushaltsstrompreis. Dieses Verhältnis hat sich gedreht und Sektorkopplung in Verbindung mit Heimspeichern erweitert die Nutzungsmöglichkeiten. Seitdem wächst der wirtschaftlich motivierte Eigenverbrauch kontinuierlich. 

In einer Analyse für das Bundesumweltamt haben Forschende des Fraunhofer ISE auf Basis von Daten des Marktstammdatenregisters und der Übertragungsnetzbetreiber den PV-Eigenverbrauch quantifiziert. 

Selbstnutzung wächst schneller als erwartet 

Die Daten zeigen einen deutlichen Sprung. Von 0,25 Terawattstunden im Jahr 2012 stieg der Eigenverbrauch bis 2020 auf 3,55 TWh. 2022 lag er bei 5,57 TWh, 2023 bereits bei 8,20 TWh. Für 2024 ermittelte das Fraunhofer ISE nun 12,28 TWh. Damit erreichte der Eigenverbrauch einen Anteil von 17 Prozent an der Nettostromerzeugung aus Photovoltaik. Im Jahr davor waren es 13 Prozent. 

Für die Auswertung haben die Forschenden den Anlagenbestand nach Inbetriebnahmejahr, Leistungsklasse und Anlagentyp sortiert. Hinzu kamen Daten zum Einspeiseverhalten und zu installierten Speichern.  

Eigenstrom wird wichtiger 

Das Institut führt den Anstieg vor allem auf hohe Strompreise und die zunehmende Verbreitung von Batteriespeichern zurück. Haushalte können ihren Solarstrom besser selbst nutzen, etwa für Wärmepumpen oder E-Autos. Auch aus Sicht der Netzstabilität hat das Vorteile, weil Strom direkt am Ort des Verbrauchs verwendet wird. (pms) 

www.ise.fraunhofer.de