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BWE: Zubau von Windkraft an Land weiterhin zu gering

18.01.2023 – Laut der Auswertung der Deutschen WindGuard im Auftrag von Bundesverband Windenergie (BWE) und VDMA Power Systems wurden im Gesamtjahr 2022 in Deutschland 551 Windenergieanlagen (WEA) an Land mit 2.403 Megawatt (MW) installierter Leistung errichtet. Der Bruttozubau 2022 liege damit 25 Prozent über dem Vorjahreszubau von 1.925 MW. Die Verbände appellieren an die Bundesländer, nun den von der Bundesregierung bereitgestellten Instrumentenkasten zu nutzen und schnell deutlich mehr Zubau zu ermöglichen.

„Der Zubau von Windenergieanlagen an Land im vergangenen Jahr war weiterhin zu gering. Um auf den für die Zielerreichung notwendigen und für die Hersteller von Windenergieanlagen verlässlichen Ausbaupfad einzuschwenken, müssen vor allem Flächen bereitgestellt, Genehmigungsengpässe überwunden, Transporte erleichtert und Zertifizierungshürden bei den Türmen der Anlagen beseitigt werden. Die bisher angestoßenen Maßnahmen reichen nicht aus. Wir brauchen jetzt schnellstmöglich einen Hochlauf von Projekten – dies wäre ein dringend notwendiges positives industriepolitisches Signal für die gesamte Lieferkette in Deutschland und Europa. Nicht durch politische Ziele, sondern mit genehmigten Projekten kann die Windindustrie den notwendigen Produktionshochlauf bewerkstelligen“, erklärt Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer VDMA Power Systems.

Windraeder in der Daemmerung

Foto: Matthias Böckel (matthiasboeckel) / pixabay.com

Beschleunigungsgesetz für Windkraft-Ausbau schnell vorlegen

Ursprünglich als Teil des Sommerpakets 2022 angekündigt, wartet die Branche weiter auf das geplante Beschleunigungspaket, wie Hermann Albers, Präsident des BWE, erläutert: „Die kommenden Jahre werden zu Schlüsseljahren für die Transformation der deutschen Energieversorgung werden. Es braucht nun die konzertierte Anstrengung aller Beteiligten, um die sehr ambitionierten Zubauziele zu erreichen. Mit dem neuen EEG, der Anpassung des Höchstwertes sowie der Reduzierung der Prüfbereiche um DVOR-Radaranlagen sind wichtige erste Schritte unternommen. Die größte Hürde für einen schnellen Ausbau bleiben die deutlich zu komplizierten und langwierigen Genehmigungsverfahren. Hier muss die Bundesregierung das angekündigte Gesetz zur Verfahrensbeschleunigung möglichst schnell vorlegen. Wir brauchen die LNG-Geschwindigkeit auch bei der Windenergie.“

Fokus auf Repowering

Trotz der bereits erfolgten Weichenstellungen bleiben laut VDMA Power Systems und BEW weiterhin einige Themen offen, welche zügig angegangen werden müssen. Dabei sollte dem Repowering eine besondere Rolle zukommen, um die Potenziale in den Bestandsflächen konsequent durch effiziente Neuanlagen zu nutzen. Perspektivisch seien hier kurzfristig bis zu 45 Gigawatt erreichbar, um die Ausschreibungsmengen der kommenden Jahre zu füllen. Es braucht daher dringend die von der Bundesregierung angekündigten Erleichterungen für Repowering-Projekte.

Erhebliche Probleme gebe es auch im vergangenen Jahr bei den Transporten der Onshore-Windenergieanlagen von den Produktionsstandorten zu den Errichtungsorten. Ohne eine Verbesserung der Schwerlasttransportbedingungen sind die Lieferketten und die Ausbauziele gefährdet. Daher brauche es kurzfristig pragmatische Lösungen bei Transportgenehmigungen sowie der Anpassung und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur unter Berücksichtigung des Schwerlasttransportbedarfs.

Gezielte Investitionen in Erneuerbare Energien und Infrastruktur

Zur Sicherung der europäischen Windenergieindustrie benötigt es den beiden Verbänden zufolge außerdem eine Antwort der Europäischen Union auf den Inflation Reduction Act in den USA. Es braucht jetzt starke und gezielte Investitionen in die Erneuerbaren Energien und die dazu nötige Infrastruktur. Maßnahmen für eine gezielte strategische Stärkung der europäischen Windenergie-Lieferkette müssten auf EU-Ebene festgelegt werden. Dafür sollte auch die Bundesregierung weiter eintreten. (ds)

www.wind-energie.de
www.vdma.org/power-systems