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Flaute auf hoher See

08.08.2025 – Nach Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) sind in der August-Ausschreibungsrunde 2025 erstmalig keine Gebote für zwei Offshore-Flächen auf See eingegangen.

Symbolbild: Robert Poorten / stock.adobe.com

Symbolbild: Robert Poorten / stock.adobe.com

Die Bundesnetzagentur teilte am 6. August mit, dass die zentral voruntersuchten Offshore-Flächen N-10.1 (Ausschreibungsvolumen von 2.000 MW, geplanter Betrieb 2031) und N-10.2 (Ausschreibungsvolumen von 500 MW, geplanter Betrieb 2030) ohne Gebote geblieben sind. Die Ausschreibung erfolgte ohne EEG-Förderung und soll nun zum 1. Juni 2026 nach den Vorgaben für nicht zentral voruntersuchte Areale wiederholt werden.

„Das erstmalige Ausbleiben von Geboten in einer Offshore-Wind-Ausschreibungsrunde sowie das bereits stark gesunkene Interesse an der Juni-Ausschreibung 2025 zeigen, dass die Risiken für Offshore-Windpark-Entwickler in den letzten Jahren erheblich zugenommen haben“, kommentiert Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, das Ausschreibungsergebnis. Zu den Gründen für die zunehmenden Unsicherheiten zählen nach Ansicht des BDEW steigende Projekt- und Kapitalkosten sowie schwer kalkulierbare Strommarktrisiken. Zudem führt die bisher geplante hohe Bebauungsdichte dazu, dass die Volllaststunden auf den nun ausgeschriebenen Flächen durch Verschattungseffekte signifikant reduziert werden.

Nicht nur auf ein Pferd setzen

Aus Sicht des BDEW wird das in den letzten Jahren bestehende, rein marktbasierte Ausbau-Modell auf Basis von Power Purchase Agreements (PPAs) nicht mehr ausreichen, um die Ausbauziele für Offshore-Wind in den kommenden Jahren vollständig zu erreichen und gleichzeitig die Investitionssicherheit und Akteursvielfalt zu erhalten. Der Verband erhebt daher die Forderung, den Investitionsrahmen und das Ausschreibungsdesign auf zweiseitige Contracts for Difference (CfDs) umzustellen – ohne dabei aber die Möglichkeit der PPA-Finanzierung gänzlich auszuschließen.

Um den zunehmenden Abschattungseffekten entgegenzuwirken, spricht sich der BDEW für eine Reduktion der Leistungsdichte in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) auf unter 10 MW/km² aus. Auf diese Weise sollen Abschattungseffekte in und zwischen Windparks reduziert und höhere Volllaststunden generiert werden. (cp)

www.bdew.de

www.bundesnetzagentur.de