Milliarden sparen mit Erneuerbaren?

11.12.2025 – Eine Studie des europäischen Verbandes WindEurope hat die Gesamtkosten der Transformation des europäischen Stromsystems untersucht. Das Ergebnis: Je mehr Erneuerbare in das System integriert werden, desto günstiger soll es für Europa werden.  

mehaniq41 / stock.adobe.com

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Die von der WindEurope und Hitachi Energy durchgeführte Studie untersucht anhand von fünf Szenarien, wie sich die Gesamtkosten der Transformation des europäischen Stromsystems entwickeln könnten. Dabei verzeichnen alle Szenarien, die auf einen starken Ausbau der Erneuerbaren verzichten, höhere Kosten. Diese europaweiten Mehrkosten beziffern die Studienautoren auf zwischen 487 und 860 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050. Auch unter Berücksichtigung der notwendigen hohen industrieseitigen Investitionen sei ein auf die Erneuerbaren basierendes Szenario günstiger – so die Studienautoren.  

Für die Betrachtung der Gesamtkosten wurden neben dem reinen Ausbau der Stromerzeugung auch Kosten für Netze und Speicherung berücksichtigt. Dabei erfordern die Netto-Null-Szenarien umfangreichere Investitionen als das Szenario mit verlängerter Nutzung fossiler Energien. Folgekosten – wie beispielsweise Klimaschäden, Gesundheitsrisiken oder Verlust von Biodiversität – wurden nicht in die Berechnung aufgenommen.  

“Die Studie unterstreicht die hohe Bedeutung der erneuerbaren Energien für die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Europa. Bei allen mit einem Ausbau der Erneuerbaren verbundenen Kosten ist eines klar: Die Erneuerbaren nicht auszubauen, ist noch deutlich teurer“, kommentiert Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V., die Ergebnisse.  

Die Szenarien 

Die fünf untersuchten Szenarien beschreiben die Studienautoren wie folgt: Der ambitionierte Ausbau der Erneuerbaren (Wind an Land, Wind auf See, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft); einen stärkeren Ausbau der Kernenergie; einen ambitionierten Ausbau von Wasserstoff-Elektrolyse; ein Modell mit verstärktem Wasserstoffeinsatz und CCS (Carbon Capture and Storage) sowie als letztes Szenario eine fortgesetzte Nutzung von konventionellen Energieträgern bei einem langsameren Rollout der Erneuerbaren. In den ersten vier Szenarien erreicht Europa seine Energie- und Klimaziele, im letzten Szenario wurden diese verfehlt. (cp)  

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www.windeurope.org