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Offshore-Netzanbindungssysteme sollen früher in Betrieb gehen

23.01.2023 – Die beiden Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 (ehemals LanWin1) und BalWin2 (ehemals LanWin3) von Amprion Offshore sollen zwei beziehungsweise drei Jahre früher als zunächst geplant fertiggestellt werden.

Der kürzlich veröffentlichte Flächenentwicklungsplan des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sieht vor, BalWin1 bereits 2029 statt 2031 in Betrieb zu nehmen, BalWin2 bereits 2030 statt 2033. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung einen deutlich schnelleren Ausbau der Offshore-Windenergie anstrebt als ursprünglich geplant. So sollen laut Windenergie-auf-See-Gesetz im Jahr 2030 bereits 30 Gigawatt an Offshore-Windenergie installiert sein – zehn Gigawatt mehr als bisher vorgesehen. Dadurch ändern sich die Inbetriebnahmedaten und die anzuschließenden Windparkflächen in der Nordsee.

Skizze Konverterstation Offshore Windpark

Skizze einer geplanten Konverterstation für die Offshore-Netzanbindungssysteme. Foto: Amprion GmbH

Offshore-Netzanbindungssysteme: Projektnamen müssen angepasst werden

Die Projektnamen von Offshore-Netzanbindungssystemen sind traditionell an die anzuschließenden Windparkflächen in der Nordsee gekoppelt. So gibt es beispielsweise das sogenannte LanWin-Cluster mit den Windparkgebieten 11 und 12 oder das BalWin-Cluster mit den Gebieten 9 und 10. Beim ersten Teil der Namen fungieren die ostfriesischen Inseln als Namensgeber, der zweite Teil steht für „Wind“. LanWin steht demnach für „LangeoogWind“, BalWin hingegen für „BaltrumWind“. Da der Flächenentwicklungsplan nun eine Änderung der anzuschließenden Windparkflächen von 11-1 und 12-1 (LanWin-Cluster) zu 9-1 und 10-1 (BalWin-Cluster) vorsieht, muss Amprion die Projektnamen anpassen. So wird LanWin1 künftig zu BalWin1, LanWin3 wird zu BalWin2. „Die Namensänderung kann in der Öffentlichkeit natürlich anfangs zu Missverständnissen führen, auf die landseitige Planung gibt es jedoch keine Auswirkungen. Die Anpassungen betreffen nur die anzuschließenden Windparkflächen auf See und die Projektnamen“, sagt Stefan Sennekamp, Projektsprecher bei Amprion.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2

Die beiden geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme BalWin1 und BalWin2 verbinden Windparks in der Nordsee mit dem Übertragungsnetz an Land. Sie werden sowohl auf der Land- als auch auf der Seeseite größtenteils parallel zueinander installiert. Beide Projekte können jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt übertragen. Das entspreche zusammen dem Bedarf von etwa vier Millionen Menschen.

Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 155 bzw. 165 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Auf dem landseitigen Teil von BalWin1 und BalWin2 werden etwa 205 bzw. 215 Kilometer Erdkabel verlegt. Um zu ihren jeweiligen Netzverknüpfungspunkten in Wehrendorf (BalWin1) und Westerkappeln (BalWin2) zu gelangen, werden sich die Vorhaben auf dem letzten Teil der Strecke trennen. (ds)

www.amprion.net