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Regelleistung von hoher See  

 

10.02.2025 – RWE plant, über ihren Offshore-Windpark Amrumbank West erstmals systemstabilisierende Sekundärregelleistung (auch bekannt als Sekundärreserve) für das deutsche Stromnetz zur Verfügung zu stellen.  

Der RWE-Windpark Amrumbank West wird künftig Regelleistung für das Stromnetz liefern (Bild: RWE AG)

Der RWE-Windpark Amrumbank West liegt rund 37 Kilometer westlich der nordfriesischen Insel Amrum und besteht aus insgesamt 80 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 302 MW. 

Die Sekundärreserve dient, neben der Primär- und Minutenreserve, der Stabilisierung der Netzfrequenz, die zu jeder Zeit in Höhe von 50 Hertz gehalten werden muss, um Netzausfälle zu vermeiden. Die Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Anforderungen für Sekundärregelleistung um weitere Bedingungen für Windanlagen erweitert, um so die Teilnahme für diese Anlagenart zu ermöglichen.  

Anspruchsvolle Prozesse 

Für die Teilnahme an den Auktionen für Sekundärreserve muss die Angebotsleistung eines Teilnehmers – in diesem Fall das Herunterfahren der Windparkleistung um 60 MW – innerhalb von fünf Minuten vollständig aktiviert werden können. Das ist anspruchsvoll, denn dazu müssen die Windturbinen den sekündlichen Sollwertvorgaben der Netzbetreiber bei gleichzeitig wechselnden Windgeschwindigkeiten exakt folgen können. In der Praxis bedeutet das, dass der Offshore-Windpark Amrumbank West in der Lage sein muss, innerhalb von Sekunden seine Leistung zu reduzieren. Praktisch erfolgt dies, indem die Rotorblätter ihre Stellung verändern und so maßgenau aus dem Wind gedreht werden.  

Hierzu braucht es entsprechende Prozesse und geeignete Technik, die in der Steuerung des Windparks ad hoc auf kurzfristige Windschwankungen reagiert und gleichzeitig in der Vermarktung aktuelle Windprognosen berücksichtigt. Für Regelleistung aus Wind hat RWE daher eine hochautomatisierte und skalierbare Infrastruktur entwickelt – darunter das Leitsystem des Partners Generac Energy Services. 

Die erforderliche Präqualifikation über eine Kapazität von 60 Megawatt (MW) wurde seitens des Übertragungsnetzbetreibers TenneT kürzlich erteilt. Für das Bereithalten von Sekundärreserve als auch für die tatsächliche Bereitstellung werden Markteilnehmer vom Übertragungsnetzbetreiber vergütet. 

Neues Geschäftsfeld 

Die operative Vermarktung der Sekundärreserve über tägliche Regelenergieauktionen soll noch im ersten Quartal 2025 starten. RWE verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Vermarktung und Bereitstellung von Regelleistung zur Netzstabilisierung aus verschiedenen Anlagentypen, wie Pumpspeichern, Gaskraftwerken oder neuerdings vermehrt Batterien. Mit dem Bereitstellen von Regelleistung aus Wind betritt das Unternehmen nun ein neues Feld.   

RWE Supply &Trading will neben Amrumbank West weitere Wind- und Solarparks von RWE für das Produkt ‚Regelleistung‘ qualifizieren und diese Dienstleistung auch externen Kunden anbieten, denn die Vermarktung von Regelleistung eröffnet Erneuerbare-Energien-Anlagenbetreibern zusätzliche Einnahmequellen. (pq) 

www.rwe.com