05.05.2026 – Eine vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte Studie zeigt, dass Städte und Landkreise ihre Einnahmen aus erneuerbaren Energien mit dem Erreichen der Ausbauziele für Wind- und Solaranlagen mehr als verdoppeln könnten.
Deutsche Städte und Kommunen könnten ihre Einnahmen aus erneuerbaren Energien im Idealfall von heute 5,5 auf 12,4 Milliarden Euro jährlich ab dem Jahr 2033 steigern: Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

(Grafik: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, IW Consult GmbH)
In der Modellrechnung für alle rund 400 deutschen Landkreise und Städte – sowie in Analysen von erfolgreichen Praxisbeispielen – zeigt die Untersuchung, dass vor allem ländliche Regionen mit entsprechenden Flächenpotenzialen von der lokalen Energieerzeugung profitieren könnten. Lau den Studienautoren könnte sich dies in steigenden Steuereinnahmen, neuen Arbeitsplätzen und Gewinnen ansässiger Unternehmen widerspiegeln.
Doch nicht alle Landkreise profitieren bisher gleich: Die Forschenden ermittelten Unterschiede bei den Wertschöpfungseffekten, die sich beispielsweise in einem Nord-Süd-Gefälle der Windenergiepotenziale aufgrund besserer Windverhältnisse im Norden ausprägen.
Mehr als die Hälfte bleibt vor Ort
Die Studie „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch erneuerbare Energien“ geht davon aus, dass Wind- und Solarenergie bundesweit zehn Milliarden Euro direkte Wertschöpfung im Jahr 2023 erzeugten – und damit rund 51.000 Vollzeitarbeitsplätze sicherten. Den Berechnungen der Institute zufolge verblieben davon als regionale Effekte bis zu 5,5 Milliarden Euro (55 Prozent) direkt in den stromerzeugenden Standortregionen.
Sollte Deutschland seine Ausbauziele für die erneuerbaren Energien erreichen, könnte die direkte Wertschöpfung auf etwa 21 Milliarden Euro jährlich ab dem Jahr 2033 ansteigen und die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze auf 101.600 anwachsen. Rund 12,4 Milliarden Euro würden in dem Szenario dann vor Ort bleiben und könnten so gezielt zur Entwicklung strukturschwacher Regionen beitragen.
Weil jedoch ein Teil – vor allem der Großanlagen – nicht lokalen Akteuren, sondern externen Investoren gehört, fließt knapp die Hälfte der Gewinne aus den Standortregionen ab, so die Forscher:innen. „Finanzielle Beteiligungsmodelle, Bürgerenergiegesellschaften und kommunale Investitionen könnten dafür sorgen, dass mehr Wertschöpfung vor Ort bleibt und mehr Anwohner:innen von der Energiewende profitieren. Das kann außerdem die Akzeptanz erhöhen“, betont Dr. Steven Salecki, Co-Autor der Studie und Volkswirt am IÖW.
Die Studie ist auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie verfügbar. (cp)
www.bundeswirtschaftsministerium.de
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