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Reichlich Wechselrichter

07.07.2026 – Aktuelle Daten von S&P Global Energy zeigen, dass die Produktionskapazitäten von im Westen hergestellten Wechselrichtern bereits den gesamten Installationsbedarf der EU übersteigen.

Unlängst arbeitet die Europäische Union darauf hin, Wechselrichter aus sogenannten Hochrisikoländern – etwa China, Russland, Iran und Nordkorea – von EU-Fördermitteln auszuschließen. In diesem Zusammenhang steht jedoch die Frage im Raum, ob die westlichen Hersteller den heimischen Markt überhaupt mit ausreichend vielen Wechselrichtern versorgen können.

Basierend auf den Zahlen des Marktforschungsunternehmens S&P Global Energy lautet die Antwort auf diese Frage „Ja“, da die gemessenen Produktionskapazitäten im Westen bereits dem gesamten jährlichen Installationsbedarf Europas entsprechen dürften. Den Ergebnissen nach liegt die europäische Wechselrichter-Produktionskapazität bei rund 104 Gigawatt Wechselstrom (GWac). Hinzu kommen mehr als 120 GWac Produktionskapazität von Herstellern in Nord- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum (ohne die Volksrepublik China).

(Bild: European Solar Manufacturing Council (KI-generiert über ChatGPT))

(Bild: European Solar Manufacturing Council (KI-generiert über ChatGPT))

Allein für den europäischen Bedarf stehen laut S&P Global Energy mehr als 53 GWac an Produktionskapazität zur Verfügung – was fast der Kapazität der PV-Installationen in der EU im Jahr 2025 entspricht. „Das Angebot ist nicht der Engpass. Die Kapazitäten, um risikobehaftete Anbieter zu ersetzen, sind bereits heute vorhanden“, erklärt Christoph Podewils, Generalsekretär des European Solar Manufacturing Council (ESMC).

In Osteuropa etabliert

Laut einer aktuellen ESMC-Umfrage sind westliche Wechselrichterhersteller auch in Osteuropa fest vor Ort etabliert: Demnach besitzen alle sechs befragten westlichen Hersteller eine kombinierte installierte Leistung von rund 14 GW in acht Märkten. Polen liegt dabei mit einer installierten Leistung von 4.430 MW an der Spitze, gefolgt von Ungarn (1.831 MW), der Tschechischen Republik (1.468 MW), Rumänien (1.147 MW), Bulgarien (810 MW) sowie der Slowakei (364 MW).

Preis für die Energiesicherheit

Zwar ist eine höhere Energiesicherheit mit Mehrkosten verbunden, diese bleiben jedoch nach einer Analyse des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie überschaubar: Demnach steigen die Kosten eines Groß- oder Gewerbeprojekts durch die Wahl eines westlichen Wechselrichters lediglich um rund zwei Prozent – was auf Systemebene vernachlässigbar sei. Bei Strang-Wechselrichtern für Privathaushalte liege der Kostenzuwachs bei etwa drei bis vier Prozent.

Die Zahlen wurden vor dem Hintergrund der Entscheidung der EU präsentiert, den Zufluss öffentlicher Gelder in Energieprojekte zu stoppen, die auf Wechselrichter von Anbietern angewiesen sind, die sich im Besitz von oder unter der Kontrolle von Unternehmen aus Hochrisikoländern befinden. Die Maßnahme gilt für alle Finanzinstrumente der EU und kann aufgrund ihrer Ausgestaltung nicht durch die Verlagerung der Produktion oder die Gründung von Tochtergesellschaften in Drittländern umgangen werden. (cp)

https://esmc.solar/