22.10.2026 – Die europäische Wasserkraftproduktion ist durch extreme Wetterbedingungen auf den niedrigsten Stand seit 2015 gesunken – das geht aus dem europäischen Energiemarktbericht des Energieinformationsdienstes Montel für das dritte Quartal 2026 hervor.
Die niedrigen Gasspeicherstände und Wasserreserven könnten die Strommärkte zusätzlich belasten. In Österreich ist die Stromerzeugung aus Laufwasserkraft im dritten Quartal um 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Grund dafür sind fehlende Niederschläge und lange Hitzewellen wodurch die Wasserreserven sowie Flusspegel in vielen Teilen Europas gesunken sind. Im September haben sich die Niederschläge zwar vielerorts normalisiert, dennoch bleiben die Wasserreserven in einigen Teilen Europas niedrig. Nach Angaben von Montel dürfte die Wasserkraftproduktion für den Rest des Jahres unter dem für die Jahreszeit üblichen Niveau bleiben.
Mit knappen Reserven in den Winter
Die Kombination aus niedrigen Wasserreserven und niedrigen Gasspeicherständen innerhalb Europas könnte die Stromversorgung zusätzlich belasten. Bei gleichzeitig hoher Stromnachfrage könnte die Abhängigkeit von Stromimporten und Gaskraftwerken weiter steigen – und damit das Risiko für starke Preisschwankungen an den europäischen Strommärkten erhöhen.
„Die europäischen Wasserspeicher sind sozusagen das Sparkonto der Stromversorgung. Man kann auf die Reserven zurückgreifen, wenn sie gebraucht werden. Gas funktioniert im Vergleich eher wie eine Kreditlinie – Nachschub ist grundsätzlich möglich, solange man bereit und in der Lage ist, dafür zu bezahlen“, erklärt Jean-Paul Harreman, Director bei Montel Analytics. „Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie gut Europa durch den Sommer gekommen ist, sondern wie viele Reserven zu Beginn des Winters noch vorhanden sind.“
Wetterentwicklung bleibt entscheidend
Inwiefern sich die Situation in den kommenden Monaten entspannen wird, ist von der Wetterentwicklung abhängig. Das Klimaphänomen El Niño könnte das Wetter innerhalb Europas beeinflussen – unklar ist, welche regionalen Auswirkungen daraus resultieren. (rp)



