21.09.2026 – Im vergangenen Jahr kam es auf dem größten Volksfest der Welt zu mehreren Stromausfällen. Drei Batteriegroßspeicher von TESVOLT sollen Abhilfe schaffen.
Da die physische Netzstruktur vor Ort stößt angesichts des steigenden Strombedarfs an ihre Grenzen stößt, kam es im vergangenen Jahr in einigen Festzelten zu Stromausfällen. „Ein Stromausfall im voll besetzten Zelt ist der absolute Albtraum für jeden Wirt. Bisher konnten wir bei einer Überlastung des Netzanschlusses innerhalb von fünf Minuten kaum so reagieren, dass das Zelt nicht ausfällt“, erklärt Matthias Poeting, Geschäftsführer von MP Elektrotechnik München, der seit Jahren für die Elektrik mehrerer großer Wiesnzelte verantwortlich ist.
Die Idee, das Problem drohender Stromausfälle zu lösen, indem die Leistung auf der Mittelspannungsebene erhöht wird, wäre mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden. Stattdessen wird Elektromeister Matthias Poeting den diesjährigen Betrieb der beiden Großzelte von Pschorr-Bräurosl und Löwenbräu mithilfe von drei Batteriegroßspeichern des Unternehmens TESVOLT absichern.

Vor dem Start der Wiesn wurden die drei TESVOLT FORTON Batteriespeicher sicher verpackt angeliefert. (Bild: TESVOLT AG)
Physikalische Grenzen der Netzinfrastruktur
Auf dem Oktoberfest sind Stromausfälle nicht ausgeschlossen – ein großes Festzelt erhält von den Stadtwerken München eine Anschlussleistung von 420 kW – zu Spitzenzeiten steigt der Bedarf allerdings auf mehr als 500 kW an. Dann kann der Netzanschluss überlastet werden. Allein im Jahr 2025 ging das Licht im Löwenbräu-Zelt zweimal komplett aus, im Pschorr-Bräurosl einmal im laufenden Betrieb.
In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass auch der Einsatz von Heizpilzen Auswirkungen auf die Netzstabilität hat. Ist das Wetter schlecht, kommen eine Vielzahl von Heizpilzen zum Einsatz und die Lastspitzen steigen deutlich an. Genau dann sollen die Batteriespeicher zum Einsatz kommen – sie fangen die Lastspitzen ab. Der Strom wird dezentral geliefert und entlastet die Netzanschlüsse aller Zelte. „Das Oktoberfest ist für jede Technologie ein absoluter Stresstest unter Extrembedingungen. Genau dafür haben wir unsere TESVOLT FORTON-Großspeicher geliefert“, berichtet Daniel Hannemann, Mitgründer und Aufsichtsratsmitglied von TESVOLT.
Wirtschaftlicher als ein Netzausbau
Die Betreiber der Wiesn-Zelte sehen die Stadt München in der Pflicht, für ausreichend Strom zu sorgen. Die bestehende Netzinfrastruktur stößt während der Spitzenlastzeiten an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Ein klassischer Ausbau der Netzinfrastruktur sei auf dem Festgelände kaum realisierbar. Die umliegenden Trafostationen arbeiten während der Wiesn am Limit, und eine Erweiterung der Mittelspannung sowie der Niederspannungshauptverteiler (NSHV) stünde wirtschaftlich und logistisch in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen.
Spielraum für Energiezukunft der Wiesn
„Niemand kann genau sagen, wie die Energie-Infrastruktur der Wiesn in fünf oder zehn Jahren aussieht. Es wäre doch ziemlich klug, auch die Abwärme der Zelte zu nutzen oder den Wind und vielleicht gibt es ja mal Solarmodulfolien auf den Zeltdächern“, so Poeting. „Warum sollten wir also das Netz mit gigantischem Aufwand ausbauen, wenn intelligente Speichertechnologie die viel preiswertere Lösung bietet und total flexibel auf die künftige Energiesituation reagieren kann. Auch die Wiesnwirte sind sehr offen für intelligente, grüne Energiesysteme.“ (rp)



