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380 kV auf Zeit

14.07.2026 – Beim Bau der Gleichstromverbindung Ultranet hat Amprion erstmals ein temporäres Baueinsatzkabel auf der Spannungsebene von 380 Kilovolt eingesetzt.  

Nach Angaben von Amprion handelt es sich dabei um den weltweit ersten Einsatz eines Baueinsatzkabels auf dieser Spannungsebene durch einen Übertragungsnetzbetreiber. Das Kabel kommt während der Bauphasen zum Einsatz, um die Stromübertragung auch dann sicherzustellen, wenn bestehende Leitungen vorübergehend außer Betrieb genommen werden müssen. Ein Merkmal des neuen Systems besteht zudem in der Möglichkeit der Mehrfachnutzung: Während vergleichbare Lösungen bislang nach einem einmaligen Einsatz häufig entsorgt wurden, soll dieses Baueinsatzkabel erneut genutzt werden können. 

„Das Besondere an diesem Baueinsatzkabel ist die sehr hohe Spannung von 380 Kilovolt. Bisher werden Baueinsatzkabel nur bis 220 Kilovolt eingesetzt. Ab 380 Kilovolt werden die Bauteile größer, die geforderten Abstände und Isolierungen nehmen zu, und die Kabel werden schwerer – das erschwert Transport und Installation. Ziel war deshalb, das 380-kV-System möglichst kompakt zu halten und gleichzeitig alle Normen einzuhalten“, erläutert Dr. Christoph Jörgens, zuständiger Projektleiter der Kabeltechnik, die technischen Hintergründe.   

Einsatz des ersten 380‑kV‑Baueinsatzkabels bei Amprion. (Bild: Amprion GmbH / Frank Peterschröder)

Einsatz des ersten 380‑kV‑Baueinsatzkabels bei Amprion. (Bild: Amprion GmbH / Frank Peterschröder)

Einheitlicher Standard  

Gemeinsam mit den anderen Übertragungsnetzbetreibern TenneT Germany, 50Hertz und TransnetBW hat Amprion ein ÜNB-übergreifendes Lastenheft erarbeitet, um einen einheitlichen Standard für diese Lösung zu schaffen: Basierend auf den Anforderungen wurde daraus eine Spezifikation des Kabelsystems erstellt und das aktuelle Pilotprojekt auf der Gleichstromverbindung Ultranet zusammen mit dem Hersteller NKT umgesetzt. Hermann Schneider, Projektleiter für Freileitungsbauprojekte im Rheinland, erklärt: „Damit diese Baumaßnahmen die Versorgungssicherheit und die Systemstabilität des Netzes nicht beeinflussen, wurde eine Leitungsverbindung zwischen zwei Bestandsmasten mit diesem Baueinsatzkabel überbrückt.“ 

Über Ultranet 

Die rund 340 Kilometer lange Gleichstromverbindung Ultranet verbindet Osterath in Nordrhein-Westfalen mit Philippsburg in Baden-Württemberg. Mit Ultranet lassen sich künftig große Strommengen aus dem Norden in den Süden Deutschlands und umgekehrt transportieren, wobei die elektrische Übertragungsleistung bei rund 2.000 Megawatt liegen soll. (cp) 

www.amprion.net