03.09.2025 – Q3 ENERGIE stellt eine neue Überwachungsbox für Trafostationen vor – und überzeugt sofort erste Netzbetreiber.
Transparenz in der Niederspannung steht bei allen Verteilnetzbetreibern derzeit ganz oben auf der Agenda. Angesichts des hohen Zeitdrucks und der großen Zahl der anstehenden Einbaufälle werden robuste, schnell zu installierende Lösungen gesucht, die die benötigten Netzzustandsdaten zuverlässig in der benötigten Auflösung erheben und in die vorhandenen Monitoring- und Netzleitsysteme übermitteln. „Das können wir“, sagte sich Thomas Neumann, Inhaber und Geschäftsführer der Q3 ENERGIE. Das mittelständische Unternehmen aus Kaufbeuren ist spezialisierter Hersteller für Netzkommunikationstechnik, Schaltkomponenten für PV-Großanlagen und Batteriespeicher. „Unsere Entwickler kennen nicht nur die technischen, sondern auch die praktischen Anforderungen der Kunden“, berichtet Neumann. „Außerdem tüfteln wir einfach gerne ein bisschen herum, wenn es darum geht, eine besonders gute Lösung zu finden“, ergänzt er.
Das Ergebnis ist eine modulare Überwachungslösung für Trafostationen im Niederspannungsbereich – vollständig vormontiert und direkt anschlussbereit.
Alles in der Box

Schnell installiert, liefert die Hardware von Q3 ENERGIE alle benötigten Daten für das Netzmonitoring. (Foto: Q3 ENERGIE GmbH & Co. KG)
Die neue Mess- und Kommunikationsbox erfasst umfassend die Netzparameter auf der Niederspannungsseite einer Trafostation. Hierzu gehören Stromstärken bis 600 A je Leiter, Stromrichtung, Spannungswerte, Leistungsfaktor (cos φ) sowie die Temperatur im Stationsumfeld. Die kontaktlose Stromerfassung erfolgt dabei präzise und wartungsarm über Klapp-Stromwandler. Das System erlaubt die Überwachung von bis zu 24 Leitungen – entsprechend acht Dreiphasen-Stromkreisen. Eine Erweiterung auf 32 Leitungen oder höhere Stromstärken ist möglich.
Zusätzlich sind zwei steuerbare Relaisausgänge integriert, welche zur Fernschaltung von Komponenten genutzt werden können. Die integrierte Batteriepufferung gewährleistet die Datenübertragung selbst bei Ausfall der Stationsversorgung. Die Lieferung erfolgt in einem robusten, witterungs- und UV-beständigen Polycarbonatgehäuse mit Schutzart IP66/67.
Zur Kommunikation stehen standardmäßig LoRaWAN sowie Mobilfunk (LTE/4G) zur Verfügung, wodurch auch abgelegene Stationen sicher in bestehende Monitoring-Strukturen eingebunden werden können. Allerdings weiß auch Thomas Neumann: „Viele Netzbetreiber haben – noch – keine eigene IT-Lösung für die Niederspannung oder möchten erst einmal einen Einblick in die Situation in den Netzen gewinnen.“ Für sie stellt Q3 ENERGIE auch eine leistungsfähige Monitoringplattform zur Visualisierung und Analyse der erfassten Daten bereit. Gefertigt wird das komplette Produkt am Firmenstandort in Kaufbeuren. Dieser Aspekt werde speziell für Kunden aus dem KRITIS-Segment immer wichtiger, berichtet Thomas Neumann und verweist auf weitere Vorteile: „Kundenspezifische Varianten sind bei uns unkompliziert realisierbar. Außerdem können wir sehr schnell und zuverlässig liefern.“ Einzelne Boxen zu Testzwecken seien sogar sofort verfügbar.
Das Konzept kommt an
Überzeugt hat das durchdachte Hardware-Konzept zum Beispiel die LEW Verteilnetz (LVN), die bereits 50 Boxen im Einsatz haben. Christian Mayr, Leiter Technologiezentrum bei LVN: „Mit Q3 ENERGIE arbeiten wir nun schon seit über sieben Jahren erfolgreich zusammen und haben in dieser Zeit zahlreiche innovative Lösungen entwickelt – vom Erdfeuchtesensor bis zur Hundetoilette für unser Smart City-System Inno.Live. Auch die Powerbox Grid 2.0 haben wir 2024 gemeinsam in Auftrag gegeben, um die Energieflüsse in unseren Ortsnetzstationen präzise zu erfassen. Erste Boxen sind inzwischen bei uns sowie bei zwei anderen Netzbetreibern zu Testzwecken im Einsatz. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend und bestätigen das Potenzial der neuen Lösung für die Digitalisierung der Netze. Die Boxen lassen sich einfach und schnell einbauen, die Messergebnisse sind zuverlässig und die Datenübertragung funktioniert fehlerfrei. Besonders in Zeiten der Energiewende ist es entscheidend, die Einspeisemenge aus PV-Anlagen in unsere Netze genau zu kennen. Die Tests laufen noch bis Ende 2025. Danach werden wir die Boxen gezielt dort einsetzen, wo sie uns punktuell die beste Unterstützung liefern. Besonders schätzen wir an Q3 die hohe Flexibilität und die Fähigkeit, praxisnahe Lösungen schnell in marktreife Produkte umzusetzen. Gemeinsam treiben wir so die intelligente und nachhaltige Weiterentwicklung unserer Netzinfrastruktur voran.“ (pq)

