10.12.2025 – Mehr als die Hälfte der Vortriebarbeiten für den ElbX-Tunnel, durch den ein Teil der Erdkabelverbindung SuedLink führen soll, ist geschafft – für ÜNB TenneT ein guter Grund zum Feiern.

Der ElbX-Tunnel ist eine der anspruchsvollsten Bauabschnitte im SuedLink-Projekt (Bild: TenneT TSO GmbH)
Das “Bergfest” feiert man, wenn die man die Hälfte oder den schwierigsten Teil einer Aufgabe geschafft hat – und im ElbX-Tunnel war es vor einigen Tagen so weit. Seit dem Start des Vortriebs im Januar 2025 hat die eigens für SuedLink gefertigte Tunnelbohrmaschine ELSA bereits 2,8 Kilometer zurückgelegt und damit mehr als die Hälfte der insgesamt 5,2 Kilometer langen Tunnelstrecke geschafft. Auch den tiefsten Punkt unter der Elbe hat die Maschine bereits passiert.
Gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Landtagsvizepräsidentin Jette Waldinger‑Thiering, die auch Tunnelpatin ist, würdigten der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und dessen Dienstleister PORR diesen wichtigen Projekt-Meilenstein. Die Veranstaltung fand am symbolträchtigen Tag der Heiligen Barbara statt, der Schutzpatronin der Bergleute.
Vortrieb unter herausfordernden Bedingungen
Der Tunnel ist ein technisch besonders anspruchsvoller Abschnitt der 700 Kilometer langen Erdkabelgleichstromleitung SuedLink.
Unter dem Elbeflussbett zwischen Wewelsfleth in Schleswig‑Holstein und Wischhafen in Niedersachsen gräbt sich ELSA unter dem Fluss hindurch und kleidet den Tunnel gleichzeitig mit Tübbingringen aus. Diese bestehen aus jeweils sechs einzelnen Betonsegmenten. Rund 2.200 Tübbingringe sind bereits verbaut. Aktuell befindet sich die Maschine im besonders anspruchsvollen Lauenburger Ton – einem Boden, der bei Wasserkontakt quillt und wenig stabil ist. Dank genauer geologischer Vorerkundungen und präziser Steuerung der Bohrmaschine konnte ELSA diesen Abschnitt sicher meistern. Hinzu kommen Druckluftarbeiten mit bis zu 4,8 bar unter der Schifffahrtsrinne der Elbe, die höchste Sicherheitsstandards erfordern. Dafür halten TenneT und PORR während des Vortriebs eine eigene, rund um die Uhr besetzte Feuerwehr mit Rettungssanitätern vor. Regelmäßige Übungen stellen sicher, dass im Ernstfall schnell Hilfe gewährleistet ist.
Parallele Fortschritte an beiden Elbeufern
Während der Tunnelvortrieb voranschreitet, gehen die Arbeiten an den beiden Schächten planmäßig weiter. Bei ElbX werden zwei Schächte benötigt, um den unterirdischen Tunnel sicher zu bauen, zu warten und zu überwachen. Sie dienen als Zugangspunkte für Bauarbeiten, Technik und Notfälle. In Wewelsfleth (Schleswig-Holstein) sind bereits drei von insgesamt fünf Untergeschossen des 23 Meter tiefen Startschachts hergestellt. In Wischhafen (Niedersachsen) ist die 21 Meter tiefe Zielgrube ausgehoben und der sogenannte Ingenieurbau hat mit der Errichtung der Bodenplatte begonnen. Die Spezialtiefbauarbeiten für die Baugrube des Zielschachts konnte PORR bereits vor zwei Monaten abschließen. (pq)


