01.09.2025 – Mit Hilfe einer erweiterten Datenanalyse, konnte das Fraunhofer IOSB-AST die Genauigkeit der Netzlastprognose im SWE-Netz um 76 Prozent verbessern. Damit zeigt die neue Mittelfristprognose, wie viel Potenzial in der Kombination aus Langzeitdaten, offenen Quellen und gezielter Analyse steckt: Das Fraunhofer IOSB-AST konnte die Abweichung zwischen geplanter und tatsächlicher Stromnetzlast im Versorgungsgebiet der SWE Netz GmbH von bislang 3,89 GWh auf 0,93 GWh senken – was einer Genauigkeitssteigerung von 76 Prozent bezogen auf das Referenzjahr 2024 entspricht.
Langfristtrends machen den Unterschied
Grundlage der Analyse waren 14 Jahre an Netzdaten sowie öffentlich zugängliche Informationen aus dem Marktstammdatenregister. In der neuen Modellierung wurden erstmals auch langfristige Entwicklungen, wie der stetige PV-Zubau seit 2016, systematisch mit einbezogen. Projektleiter Tom Bender sieht hier einen entscheidenden Hebel: „Der steigende Selbstverbrauch durch PV wirkt dämpfend auf die Netzlast. Allerdings wird sich diese Entwicklung durch die zunehmende Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeerzeugung oder auch Power-to-Gas-Anwendungen in den kommenden Jahren voraussichtlich wieder umkehren.“

Digitalisierte Leitstelle der SWE Netz GmbH Erfurt. (Foto: SWE Netz GmbH)
15-Minuten-Takt
Die neue Prognose basiert auf einer Simulation im 15-Minuten-Takt und soll tageszeitliche wie saisonale Muster deutlich genauer abbildet als bisherige Modelle. Eingesetzt wurde dabei das vom Fraunhofer IOSB-AST entwickelte Energiemanagementsystem EMS-EDM PROPHET® sowie der neu konzipierte WattAnalyzer, eine webbasierte Anwendung zur Lastanalyse und Modellierung.
Für die SWE Netz GmbH ist die verbesserte Datenlage mehr als ein akademischer Erfolg. Genauere Prognosen seien für den Netzausbau, die Integration neuer Lasten oder energiewirtschaftliche Bewertungen essenziell, sagt SWE Netz-Geschäftsführer Frank Heidemann. (pms)


