28.05.2026 – In der Pilotphase des Projekts BDL Next soll die Skalierbarkeit des bidirektionalen Ladens erprobt werden.

Das Förderprojekt „BDL Next“ läuft seit Ende 2023 und strebt die Weiterentwicklung der bidirektionalen Ladetechnologie an. (Bild: E.ON SE)
BDL (Bidirektionales Laden) Next ist ein Zusammenschluss von Vertretern aus Energieunternehmen, Industrie, Forschung und Netzbetreibern. Die Projektleitung hat die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) inne. Unter anderem beteiligen sich BMW, E.ON. KEO und Compleo sowie Bayernwerk Netz und TenneT an diesem Projekt.
Im Mittelpunkt steht das übergeordnete Ziel, bidirektionales Laden massentauglich zu machen. Die Projektbeteiligten wollen bidirektionale Elektrofahrzeuge in Marktprozesse, den Netzbetrieb und das Energieökosystem der Kundinnen und Kunden integrieren. Ein weiterer Schwerpunkt des Pilotbetriebs ist die intelligente Verknüpfung mit Photovoltaik. In BDL Next werden die Fahrzeuge für die Maximierung des Eigenverbrauchs genutzt, mittels Vehicle-to-Grid (V2G) die Flexibilität vermarktet und die Netzdienlichkeit berücksichtigt. Dieser hybride Ansatz harmonisiere private Erzeugung und öffentliche Netzanforderungen.
Die Projektbeteiligten betonen die Notwendigkeit von Flexibilität im Energiesystem, insbesondere in den Verteilnetzen. „Der nächste Schritt beim bidirektionalen Laden ist klar: weg von der Einzellösung hin zur Nutzung im Energiesystem. Der Pilotbetrieb macht konkret, woran wir schon seit einiger Zeit arbeiten: eine steuerbare, messbare und netzdienliche Nutzung im großen Maßstab“, sagt Stefan Padberg, Leiter Innovation bei E.ON.
Flexibilitäten steuern, Gesamtsystem entlasten
BDL Next betrachtet das bidirektionale Laden über den Einzelhaushalt hinaus. Es gehe darum, tausende kleinteilige Kapazitäten aus Haushalten zu koordinieren, um das Gesamtsystem zu entlasten. E.ON testet gemeinsam mit den Projektpartnern, wie Flexibilität aus Elektroautos aktiviert und in Echtzeit gesteuert werden kann. „Eine zentrale Herausforderung ist dabei die präzise Messung und Zuordnung der Energieflüsse – zum Beispiel wann Strom aus dem Fahrzeug kommt, ob er aus erneuerbaren Quellen stammt und wie er bilanziell erfasst wird“, sagen die Vertreter des Projekts.
Gleichzeitig wird untersucht, wie Flexibilität in bestehende Netz‑ und Marktprozesse integriert werden kann, etwa in Form von standardisierten Signalen zwischen Transportnetzbetreiber, Verteilnetzbetreiber und Haushalt. In diesem Zusammenhang fällt auch der Begriff Redispatch 3.0, bei dem kleinteilige Flexibilitäten unter 100 kW, beispielsweise E-Autos, Wärmepumpen oder Batteriespeicher in das Netzengpassmanagement integriert werden.
Zum Start des Pilotbetriebs erfolgte in der Münchner BMW Welt die Übergabe der Fahrzeuge an die teilnehmenden Pilothaushalte. Die Pilotphase ist auf mehrere Monate angelegt. „Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Technologie ein – auch mit Blick auf die erforderlichen regulatorischen Rahmenbedingungen, etwa bei Steuerbarkeit, Messkonzepten und der Einbindung von Flexibilität in bestehende Markt- und Netzprozesse“, geben die Projektbeteiligten an. (cst)


