20.10.2026 – Zum Teil frei navigierende KI-gestützte Roboter, die Arbeiten an Energieübertragungs- und -verteilungsanlagen durchführen, sind längst zur Realität geworden. Die Unternehmen ANYbotics und Axioma zeigen beispielhaft, wie die Technologie bereits zum Einsatz kommt.
Ob nun routinemäßige Inspektionen in abgelegenen Betriebsanlagen oder gar das Arbeiten an unter Spannung stehenden Hochspannungsleitungen: KI-gestützte Roboter können mittlerweile immer mehr Aufgaben übernehmen, die bei der Wartung von Energieanlagen und Stromnetzen anstehen. Ein Beispiel hierfür ist das vom Unternehmen Axioma Robotics entwickelte System, mit dem Netzbetreiber Wartungsarbeiten an unter Spannung stehenden Stromleitungen ferngesteuert durchführen können. Hierzu verfügt der Roboter über zwei kollaborative Roboterarme, eine isolierte Arbeitsplattform, speziell entwickelte Werkzeuge, Sensorik und Fernsteuerungsfunktionen.

Der Roboter von Axioma Robotics während eines Arbeitseinsatzes an einer Stromleitung. (Bild: Axioma Robotics)
Der Clou der Lösung liegt jedoch in der Fähigkeit, die jeweils optimalen verfügbaren KI-Modelle in ihre modularen Anwendungsebenen integrieren zu können. Nach Angaben der Entwickler baut die Systemarchitektur zudem eine gemeinsame Bibliothek validierter Werkzeuge und Arbeitsabläufe auf: Auf diese Weise soll jede neue Anwendung bei einem Energieversorger und jede zusätzliche Netzkonfiguration die Bibliothek zum Nutzen aller erweitern.
Auf Streife mit…
Einem anderen Aufgabenfeld widmet sich die vom Schweizer Unternehmen ANYbotics entwickelte Roboterserie ANYmal. Das KI-gestützte autonom auf vier Beinen laufende System – welches auf den ersten Blick im Entferntesten an einen Hund erinnert – wurde zur routinemäßigen Inspektion abgelegener Betriebsanlagen entwickelt. Die ANYmal-Roboter wurden ursprünglich für anspruchsvolle Industrieumgebungen entwickelt, sind autonom einsetzbar und leisten Datenerfassung in Echtzeit.
Ausgestattet mit unterschiedlichen Kamerasystemen, Lidar-Scanner, Mikrofon und weiteren optionalen Sensoren eignen sie sich für routinemäßige Inspektionen abgelegener Anlagen sowie zur vorausschauenden Wartung. So kann das System beispielsweise im laufenden Betrieb eines Hochspannungs-Umspannwerks zum Einsatz kommen, in dem bestimmte Anlagenteile aufgrund starker elektromagnetischer Felder normalerweise erst spannungsfrei geschaltet werden müssten, bevor Menschen überhaupt bestimmte Inspektionsarbeiten durchführen können.
Beide Unternehmen stellen sich und ihre Lösungen auf der Fachmesse Power Transmission & Distribution Technology Expo 2026 vor, die vom 17. bis 19. November 2026 in den Kölner Messehallen stattfindet. (cp)



