14.07.2025 – E.ON hat über eine zentrale Datenplattform einen digitalen Zwilling für sein 700.000 Kilometer langes Stromnetz aufgebaut. Damit bildet das Unternehmen mehr als ein Drittel des gesamten deutschen Verteilnetzes virtuell ab.
Um die Kapazität und Auslastung des eigenen Netzes im digitalen Zwilling berechnen zu können, verwendet E.ON die Technologie von envelio, die in der Netzplanung, im Netzanschluss und im Netzbetrieb unterstützt. Derzeit werden Daten aus 55 Millionen Netzkomponenten wie Kabel oder Transformatoren und mehr als 180.000 Messgeräten ausgewertet.
Auf Basis der Daten ist es zum Beispiel möglich, Anfragen für den Netzanschluss von Windkraft, PV-Anlagen, Wärmepumpen oder Wallboxen innerhalb von Sekunden zu bearbeiten und rasch zu beantworten. Allein im vergangenen Jahr lag die Anzahl der Netzanschlussanfragen im deutschen E.ON-Netzgebiet bei mehr als 410.000. Zudem erkennt das Modell, wo der Bedarf für den Netzausbau in der Niederspannung am größten ist, wo ausreichend Kapazität vorhanden ist oder wo Flexibilität benötigt wird.

Der Digitale Zwilling des 700.000 Kilometer langen Stromnetzes von E.ON unterstützt in der Netzplanung, im Netzanschluss und im Netzbetrieb. (Bild: E.ON SE)
„Digitalisierung ist der Schlüssel für eine hohe Versorgungssicherheit und Stabilität unserer Stromnetze. Der großflächige Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel Ende April hat eindrücklich gezeigt, wie elementar eine starke Energieinfrastruktur ist. Innovative Lösungen wie digitale Zwillinge im Netz helfen uns dabei, den Netzausbau für unsere Kundinnen und Kunden weiterhin so effizient wie möglich umzusetzen,“ erläutert E.ONs Netzvorstand Thomas König.
Im europäischen Einsatz
Neben dem deutschen Verteilnetz hat E.ON einen digitalen Zwilling und die Technologie von envelio bereits für seine Netze in Schweden, Tschechien und Polen im Einsatz. Insgesamt digitalisieren und automatisieren mehr als 70 europäische Netzbetreiber ihre Netze mithilfe der envelios Intelligent Grid Plattform – vom Stadtwerk bis zum großen Flächennetzbetreiber. Die E.ON-Tochtergesellschaft ist in Deutschland zudem Technologielieferant des Digital-Twin-Projekts der Europäischen Union.
„Wir stehen an einem Wendepunkt für die Weiterentwicklung unserer Energieinfrastruktur. Intelligente, standardisierte digitale Lösungen wie unser digitaler Zwilling ermöglichen nicht nur effizientere Abläufe, sondern verwandeln das Stromnetz in eine Plattform für die Energiewende. Je mehr Netzbetreiber sich vernetzen und gemeinsame Standards nutzen, desto schneller realisieren wir ein resilientes, nachhaltiges und zukunftssicheres Energiesystem,“ erklärt envelio-CEO Simon Koopmann. (cp)


