20.11.2025 – Die Forschungspartner im Projekt FARFALLE entwickeln ein intelligentes Steuerungskonzept für Stromnetze, das die neue gesetzliche Regelung des §14a EnWG praxisnah umsetzt und dabei die Perspektive von Verbraucher:innen im Blick behält.
Im Zentrum des neue Hamburger Leitprojekts FARFALLE steht die Idee, nicht pauschal alle steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG in einem betroffenen Netzgebiet zu drosseln, sondern gezielt einzugreifen – und dabei neben den technischen auch die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen.
Auf Basis dieser Leitlinie will der Forschungsverbund, bestehend aus der Hamburger Energienetze GmbH, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) sowie der hySOLUTIONS GmbH, ein intelligentes Steuerungskonzept entwickeln, das die Möglichkeiten des §14a EnWG praxisnah nutzbar macht.
Fair gedimmt
Herzstück des Projekts soll der sogenannte „Fairness-Faktor“ werden: Dieser bewertet für jede einzelne Anlage, wie gut sie sich eignet, einen konkreten Netzengpass zu beheben. So soll eine Priorisierungslogik entstehen, welche nur solche Anlagen dimmt, die zur Stabilisierung des Netzes beitragen können und tatsächlich zur Behebung des Netzengpasses notwendig sind. Das gezielte Steuerern erhöht nach Angaben der Projektbeteiligten nicht nur die Effizienz, sondern auch die Akzeptanz bei den Nutzerinnen und Nutzern, da Eingriffe nachvollziehbar und fair erfolgen.
„Mit FARFALLE haben wir auch die Mikro-Ebene des Verteilnetzes im Blick und machen es möglich, Wärmepumpen oder Wallboxen noch zielgerichteter zu steuern und so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten. Und zwar ohne Leistungseinbußen für unsere Kundinnen und Kunden, mit einem fairen, sozialen und netzdienlichen Verfahren“, erläutert Timo Paulsen, von der Hamburger Energienetze GmbH.
Und Prof. Dr. Kolja Eger, Professor für Informationstechnik für verteilte Energiesysteme an der HAW Hamburg, ergänzt: „Auf dem Energie-Campus der HAW Hamburg simulieren wir reale Netzsituationen und testen, wie sich steuerbare Verbraucher gezielt einsetzen lassen. Der Fairness Faktor zeigt dabei, welche Anlagen besonders gut auf Engpässe reagieren. So entsteht ein Steuerungsansatz, der technische Wirksamkeit mit nachvollziehbaren Entscheidungen verbindet.“
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit rund 1,9 Millionen Euro. (cp)


