25.07.2025 – Laut einer VKU-Erhebung erwarten 95 Prozent der befragten Verteilnetzbetreiber negative Folgen für das eigene Unternehmen durch die NEST-Regulierung.
Mit dem sogenannten NEST-Prozess verfolgt die Bundesnetzagentur (BNetzA) die Weiterentwicklung des Regulierungsrahmens für Strom- und Gasverteilnetze. Kurz vor Ende der finalen Konsultationsphase zu den NEST-Festlegungsentwürfen regt sich jedoch Unmut bei vielen deutschen Verteilnetzbetreibern (VNB). So erachten über 87 Prozent der 240 VNBs, die sich an der Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) beteiligt haben, die von der BNetzA geplanten Änderungen im Rahmen der NEST-Regulierung als negativ oder sehr negativ für den Energiemarkt. Noch düsterer bewerten die befragten VNB-Geschäftsführer:innen die drohenden Auswirkungen von NEST für ihr eigenes Unternehmen: 95 Prozent prognostizieren hier negativ oder sogar sehr negative Folgen.
Rückgang von Netzinvestitionen?
Vor allem rechnen viele der interviewten VNBs infolge der NEST-Regulierung mit finanziellen Einschnitten: 88 Prozent der Befragten gehen von Erlösminderungen von mehr als fünf Prozent aus. Als Hauptursachen für die erwarteten Erlöseinbrüche nennen die Unternehmen vor allem die geplante Verkürzung des Effizienzabbaupfads von fünf auf drei Jahre, den fehlenden OPEX-Faktor (Faktor für steigende betriebsbedingte Aufwendungen) im vereinfachten Verfahren sowie eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen im Effizienzvergleich durch die Verschärfung des sogenannten „Best of four“-Ansatzes.
69 Prozent der Unternehmen erwägen infolge der NEST-Regulierung sogar eine Reduzierung ihrer Investitionen ins Verteilnetz – mehr als 72 Prozent erwarten eine zeitliche Verschiebung geplanter Maßnahmen. Mit Blick auf die Folgen für die Energiewende kritisiert Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU-Stromverteilnetze: „Für eine gelingende Energiewende brauchen wir dringend mehr Investitionen in den Verteilnetzausbau, nicht weniger. Doch genau hier setzt die Bundesnetzagentur mit ihrer NEST-Regulierung den Rotstift an.“ (cp)


