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Gegen den Netzengpass

13.07.2026 – Im thüringischen Hopfgarten kommt in einem Pilotprojekt ein sogenannter Kompakt-Mittelspannungslängsregler (MSLR) zum Einsatz, der gezielt kurzfristige Netzkapazitäten schafft.

Der Kompakt-Mittelspannungslängsregler (MSLR) im thüringischen Hopfgarten. (Bild: TEAG, Carlo Bansini)

Der Kompakt-Mittelspannungslängsregler (MSLR) im thüringischen Hopfgarten. (Bild: TEAG, Carlo Bansini)

Der MSLR wurde von Thüga, der TEN Thüringer Energienetze und Hitachi Energy entwickelt. Das Produkt dient nach Thüga-Angaben dazu, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen, ohne unmittelbar neue Leitungen bauen zu müssen. Der MSLR korrigiert das Spannungsband gezielt, um die Aufnahmefähigkeit bestehender Leitungen zu erhöhen. Im Gesamtsystem sei die Technik ein Ergänzungsinstrument. Sie steht neben anderen Lösungen wie regelbaren Ortsnetztrafos, Speichern oder Redispatch – und zielt vor allem auf Anwendungen, in denen schnell zusätzliche Netzkapazität benötigt wird. Der MSLR ist auf Basis von Thüga-Spezifikationen standardisiert und etwa so groß wie ein großer Ortsnetztransformator. Er könne ohne zusätzliche Bauarbeiten in bestehende Trafostationen integriert werden. „In Vorserien-Tests erwies sich die Technik als unempfindlich selbst gegenüber Fehlbedienung. Für Netztechniker unterscheidet sich die Handhabung kaum von der konventioneller Komponenten“, unterstreicht Thüga.

TEN-Verteilnetze am Limit

Anlass für die Entwicklung des Zählers ist der strukturelle Engpass in den Verteilnetzen der TEN. Insgesamt 17 Mittelspannungsbereiche im Netz seien derzeit an ihrer Kapazitätsgrenze und können keine weitere PV-Einspeisung aufnehmen. In einem Pilotnetz der TEN konnte mithilfe des MSLR ein Vielfaches an PV-Strom aufgenommen werden. „Eine Rechnung in einem Beispielnetz hat ergeben, dass es möglich ist, dadurch rund 260 Prozent mehr PV-Leistung zu integrieren“, betont Thüga.

Netzausbaukosten senken

Durch den Einsatz des MSLR könne teurer und zeitintensiver Netzausbau umgangen werden, indem kurzfristig zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden: „Berechnungen für Flächenversorger in der Thüga-Gruppe ergeben, dass der Einsatz von MSLR bis 2035 bei einzelnen Netzbetreibern einen dreistelligen Millionenbetrag an Netzausbaukosten sparen kann, wenn wir diese Regler dort einsetzen, wo es sinnvoll und möglich ist“, erklärt Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Thüga AG. (cst)

www.thuega.de

www.thueringer-energienetze.com