Weitere Ergebnisse...

Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

Habemus Kraftwerksstrategie

19.01.2026 – Nach langen Verhandlungen haben sich die Bundesregierung und die EU-Kommission auf Eckpunkte der zukünftigen Kraftwerksstrategie geeinigt. Bereits in diesem Jahr sollen 12 Gigawatt (GW) an neuen Kraftwerkskapazitäten ausgeschrieben werden.   

Mit dieser Grundsatzeinigung ist nun der Weg für ein beihilferechtliches Genehmigungsverfahren mit staatlichen Förderungen für den Bau und Betrieb steuerbarer Kraftwerksleistungen – voraussichtlich größtenteils neue Gaskraftwerke – freigeräumt worden. Die Verständigung beinhaltet zudem eine übergreifende Gesamtstrategie für den technologieneutralen Zubau steuerbarer Kapazitäten und damit für die Sicherung der Stromversorgung in Deutschland insgesamt. 

Als Teil der neuen Kraftwerksstrategie plant die Bundesregierung in einem ersten Schritt noch im laufenden Jahr erste Ausschreibungen im Umfang von 12 GW zu starten. Für 10 GW dieser Ausschreibungen ist nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) ein Langfristkriterium vorgesehen. Dies bedeutet, dass die dort bezuschlagten Kapazitäten aus Gründen der Versorgungssicherheit in der Lage sein müssen, über einen längeren Zeitraum am Stück Strom zu erzeugen. In den Jahren 2027 und 2029/2030 sollen dann weitere Ausschreibungen für steuerbare Kapazitäten folgen, die spätestens im Jahr 2031 verfügbar sein müssen.  

Bild: banthita166 / stock.adobe.com (KI-generiert)

Bild: banthita166 / stock.adobe.com (KI-generiert)

Viele Bieter erwünscht 

Um eine breite Beteiligung und fairen Wettbewerb bei den Ausschreibungen sicherzustellen, braucht es nach Meinung des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) kleinere Losgrößen sowie ein Ausschreibungsdesign, das auch Stadtwerken realistische Chancen eröffnet. Auf diese Weise soll die Dezentralität gestärkt und ein kosteneffizienter sowie wettbewerblich fairer Kraftwerkszubau realisiert werden.  

Dekarbonisierung  

Sämtliche Kraftwerke, die im Rahmen der Kraftwerksstrategie gebaut werden, sollen nach Angaben des BMWE wasserstofffähig sein – und spätestens bis zum Jahr 2045 vollständig dekarbonisieren. Um den Kraftwerkspark gezielt weiter zu dekarbonisieren, sollen zusätzliche Maßnahmen einen vorzeitigen Umstieg auf Wasserstoff anreizen, so dass 2 GW Kraftwerksleistung bereits 2040 und weitere 2 GW Kraftwerksleistung bereits 2043 auf Wasserstoff umgestellt werden. Dazu wird Deutschland einen Rechtsrahmen schaffen, sodass ab 2027 auch Ausschreibungen für die vorzeitige Dekarbonisierung, die unter anderem Differenzverträge für die zusätzlichen Brennstoffkosten bei einer vorzeitigen Umstellung auf Wasserstoff vorsehen, durchgeführt werden. (cp)  

www.bundeswirtschaftsministerium.de 

www.vku.de