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Individuelle Antworten

01.09.2025 – Die Digitalisierung der untersten Spannungsebene hat begonnen – nicht zuletzt getrieben durch die Pflicht, Verbrauch und Einspeisung im Notfall zu regulieren. In der Praxis zeigt sich, dass es notwendig werden kann, diese Karte zu spielen. Auch Netzbetreiber, die – ganz im Sinne von § 14a – die Steuerung durch gezielte Verstärkungs- oder Ausbaumaßnahmen vermeiden wollen, benötigen genau zu diesem Zweck Transparenz über die Situation in den Ortsnetzen. Die in der regulierungsgeplagten Branche inzwischen häufig gestellte Frage „Muss ich das?“ ist damit eindeutig beantwortet.

Technologie für alle Fälle

35% der befragten Netzbetreiber nutzen keine Messdaten für die Netzplanung in Niederspannungsnetzen. 42 % nutzen Maximalwerte, 23% hochaufgelöste Messdaten.
Quelle: envelio GmbH, energate GmbH, Digital Grid Insights. (N= 68)

Wahr ist aber auch, dass es erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Netzgebieten, den verbauten Betriebsmitteln, den IT-Strategien und -Infra- strukturen sowie den – in der Regel praxisbewährten – Betriebskonzepten der jeweiligen Netzbetreiber gibt. Gleiches gilt mit Blick auf den örtlichen Messstellenbetrieb, der dem VNB Netzzustandsdaten zuliefern und aus seinen Systemen die Steuerbefehle übermitteln muss.

Aus all diesen Rahmenbedingungen ergibt sich die im Einzelfall effektivste und wirtschaftlichste Lösung. Der Markt hält viele Optionen bereit, die momentan überall in den deutschen Niederspannungsnetzen getestet und anhand der praktischen Erfahrungen massentauglich optimiert werden. Das ist im Interesse stabiler, bezahlbarer Stromnetze und eines funktionierenden Wettbewerbs ein ganz hervorragender Start.

Foto: License.media / stock.adobe.com

Massenhaft Daten

Eine Herausforderung zeichnet sich jetzt schon ab: Der Umgang mit einer potenziell immensen Datenflut, die minütlich aus den Ortsnetzstationen und intelligenten Messsystemen in die VNB- und MSB-Systeme strömen. Die vereinfachte MaKo respektive die BDEW-API sind da nur ein winziger Teil der Lösung. Hier braucht es weitergehende Forschungen, um die Frage zu beantworten, welche Daten aus welchen Quellen und in welcher Auflösung wirklich notwendig sind, um kritische Netzzustände eindeutig zu identifizieren.

Anhand dieser Erkenntnisse muss die Regulierung die Anforderungen nachschärfen. Nicht zuletzt sind die Technologieanbieter gefragt, datensparsame Lösungen zu entwickeln, die sicherstellen, dass in den Systemen der Netzgesellschaften nur handlungsrelevante Daten verarbeitet und gespeichert werden müssen. Denn auch verzichtbare Digitalisierungskosten tragen letztlich die Kund:innen. (pq)