20.08.2026 – Die Hochschule Osnabrück und die TU Braunschweig untersuchen, inwiefern landwirtschaftliche Betriebe das Stromnetz entlasten können.
Landwirtschaftliche Betriebe haben durch ihre Flächenkapazitäten geeignete Bedingungen für Windkraft- und Freiflächen-PV-Anlagen. Zudem entsteht durch die Nutzung organischer Bestandteile für Biogas und alternativer Antriebe für Maschinen ein Beitrag, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Entscheidend ist dabei die unregelmäßige Einspeisung erneuerbarer Energien und den schwankenden Eigenverbrauch der Betriebe. Wie Betriebe das Stromnetz entlasten und ihren Eigenverbrauch optimieren können, untersuchen die Hochschule Osnabrück und die TU Braunschweig in ihrem gemeinsamen Forschungsprojekt bis zum 16. Juni 2027.
Energieflüsse analysieren und optimieren
Im Forschungsprojekt werden zunächst die Energieflüsse in der Landwirtschaft erfasst: Für einen beispielhaften Milchviehbetrieb analysieren die Forschenden alle Energiequellen und Verbraucher, beispielsweise Melkroboter oder die Milchkühlung. Ergänzend zu den aktuellen Daten sollen auch die zunehmende Elektrifizierung landwirtschaftlicher Maschinen und der damit künftig steigende Strombedarf berücksichtigt werden. Anschließend geht es um den Abgleich von Angebot und Nachfrage. Der Braunschweiger Verfahrensrechner simuliert landwirtschaftliche Verfahren und Energieerzeugungsmodelle, um den möglichen lokalen Ausgleich von Stromangebot- und bedarf aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang werden auch Direktvermarktungsoptionen, wie Strom für E-Fahrzeuge oder Speicherlösungen, integriert. Abschließend geht es um die Evaluation der technischen Voraussetzungen für den Betrieb bei Netzausfällen. Die Landwirtschaft könne im Ernstfall auch lokale KRITIS oder Einsatzkräfte unterstützen.
„Landwirtschaftliche Betriebe bergen großes Potenzial für netzdienliches Verhalten. Durch erneuerbare Energien und alternative Antriebe können sie nicht nur Emissionen senken, sondern auch das Stromnetz stabilisieren – und so einen essenziellen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten“, erläutert Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer, Leiter des Labors Elektrische Antriebs- und Energiewandlungssysteme an der Hochschule Osnabrück. Die DBU unterstützt das Projekt (im Rahmen der Förderinitiative „Netze und Speicher“ mit circa 174.000 Euro. Das AgroTech Valley sowie zwei Milchviehbetriebe fungieren als Praxispartner. (cst)



