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Mit Klarheit ans Netz  

14.08.2026 – Angesichts steigender Nachfrage nach leistungsstarken Netzanschlüssen erprobt die Bayernwerk Netz GmbH einen neuen Ansatz: Mit einem kriterienbasierten Zuteilungsverfahren soll die Vergabe transparenter, effizienter und planbarer werden.  

Da in vielen Regionen der Bedarf an Netzkapazitäten schneller wächst, als neue Netzinfrastruktur aufgebaut werden kann, bietet ein geregeltes Zuteilungsverfahren Chancen, die Energiewende zu beschleunigen. Auch für Investoren und Unternehmen bieten das Verfahren Vorteile, um die Planungssicherheit in Regionen mit knappen Anschlusskapazitäten zu erhöhen.  

Die Nachfrage nach Netzanschlüssen steigt stetig, daher startet die Bayernwerk Netz ab dem Herbst 2026 ein neues Zuteilungsverfahren. (Bild: Uwe Moosburger/altrofoto.de/Bayernwerk AG)

Vor diesem Hintergrund pilotiert die Bayernwerk Netz GmbH ein neues Zuteilungsverfahren für leistungsstarke Netzanschlussanfragen. Ziel ist es, verfügbare Kapazitäten künftig transparenter, planbarer, effizienter und weiterhin diskriminierungsfrei zu vergeben. Das Verfahren richtet sich ausschließlich an Bezugskunden mit einem Leistungsbedarf größer 1.000 Kilowatt und an Batteriespeicherkunden größer 300 Kilowatt.  

Nicht betroffen sind unter anderem reine Einspeiseanlagen, private Haushalte sowie besonders schützenswerte Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser, Rettungsdienste oder Bildungseinrichtungen. Für diese Kundengruppen bleibt der bestehende Anschlussprozess unverändert.   

Mehr Planungssicherheit für Netzkunden   

Die Zuteilung von Netzanschlusskapazitäten erfolgte bislang nach der Reihenfolge des Eingangs von Anfragen. Wenn sich jedoch Netzkapazitäten aufgrund stark gestiegener Nachfrage verknappen, führt das sogenannte Windhundprinzip zu erheblichen energie- und volkswirtschaftlichen Ineffizienzen. Konkret entsteht das Risiko der ineffizienten Netzkapazitätsvergabe, sodass einzelne Kundengruppen überproportional berücksichtigt werden und andere sogar leer ausgehen können. Diese Entwicklung zeichnet sich bereits in derzeit vorliegenden Netzanschlussanfragen ab. Mit dem kriterienbasierten Zuteilungsverfahren wird künftig eine transparentere Zuteilung verfügbarer Netzanschlusskapazitäten ermöglicht.   

Netzausbau bleibt entscheidend  

Für betroffene Netzkunden wird durch das Pilotprojekt nachvollziehbar, wo Netzkapazitäten verfügbar sind und unter welchen Rahmenbedingungen Anschlüsse realisiert werden können. Gleichzeitig wird die Planbarkeit für die Antragsteller verbessert. Berücksichtigt werden dafür Faktoren wie der Reifegrad eines Projektes, Aspekte einer effizienten Netznutzung einschließlich der Möglichkeit eines flexiblen Netzanschlusses, die lokale Gebundenheit sowie das Regionalszenario, das der Netzausbauplanung zugrunde liegt.  

Der bayrische Netzbetreiber weist darauf hin, das Zuteilungsverfahren allein keine zusätzlichen Kapazitäten schaffen, sondern nur als ein ergänzender Baustein zu betrachten sind, um bei hoher Nachfrage die vorhandenen Netzkapazitäten nutzbar zu machen. Parallel gelte immer noch, das schnellere Genehmigungsverfahren, die zentrale Voraussetzung für einen zügigeren Ausbau der Stromnetze bilden. Das Verfahren gilt ab sofort für die genannten Kundengruppen oberhalb der definierten Schwellwerte. Das digitale Antragsportal wird am 12. Oktober 2026 freigeschaltet. (rp)  

https://www.bayernwerk-netz.de   

Beitragsbild: Urupong/stock.adobe.com