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Nachbarschaftshilfe im Stromnetz

21.10.2026 – Die Bayernwerk Netz GmbH und ihr tschechisches Pendant EG.D haben eine von sechs geplanten Übergabeschutzstationen für Verbindungsleitungen im bayrisch-tschechischen Grenzgebiet errichtet.  

Im Zuge des EU-Förderprojekts „Gabreta Smart Grids“ werden die beiden Verteilnetzbetreiber bis Ende des Jahres 2028 insgesamt sechs Übergabeschutzstationen und drei Verbindungsleitungen errichten. Damit werden die Verteilnetze von Bayern und Tschechien zum ersten Mal auf Mittelspannungsebene verbunden. Am 12. Oktober wurde die erste Übergabeschutzstation in Haidmühle feierlich eingeweiht.  

„Mit der Übergabeschutzstation in Haidmühle wird ein Meilenstein des Projekts Gabreta Smart Grids sichtbar. Das Projekt steht für eine moderne Infrastruktur, für Versorgungssicherheit, für deutsch-tschechische Partnerschaft und für ein Europa, das in der Region erlebbar wird“, erklärt Peter Ketterl, Leiter Technik Ostbayern bei der Bayernwerk Netz.  

Die Übergabeschutzstation in Haidmühle ist die erste von insgesamt sechs Übergabeschutzstationen und drei Verbindungsleitungen, die im Rahmen des EU-Förderprojekts Gabreta Smart Grids im deutsch-tschechischen Grenzgebiet errichtet werden. (Bild: Petula Hermansky / Bayernwerk Netz GmbH

Sichere Stromversorgung  

Die  Übergabeschutzstationen werden mit modernen Mess-,Schalt- und Schutztechnik ausgestattet – so wird eine sichere und zuverlässige Stromübergabe zwischen den beiden Netzen ermöglicht. Im Normalfall sind die Leitungen stromlos, da es sich um reine Bereitschaftsleitungen handelt.

Wenn es aufgrund extremer Wetterereignisse oder anderer, äußerer Einflüsse zu Instabilitäten im Stromnetz kommt, können die Leitung trotzdem in Betrieb genommen werden. So ist eine Unterstützung der betroffenen Regionen möglich, bis der Normalbetrieb wieder aufgenommen wird. Mit Blick auf zunehmende Bedrohungen durch hybride Kriegsführung und Sabotage ist dieses Vorhaben von großer Bedeutung.  

Der Projektverlauf 

Der Leiter Technik für das Teilprojekt im Bayerischen Wald und Böhmerwald, Andreas Pletl, erläutert den derzeitigen Planungsstand: „Die Trassenplanung für die rund 1,7 Kilometer lange Leitung zwischen Haidmühle und Nové Údolí ist bereits abgeschlossen. Die knapp 1,5 Kilometer lange Verbindung von Philippsreuth nach Strážný befindet sich in der abschließenden Abstimmung mit den Beteiligten. Für die rund 3,47 Kilometer lange Leitung zwischen Mauth und Kvilda läuft die Trassenplanung noch.“ Im Jahr 2027 sollen die Bauarbeiten starten – die Inbetriebnahme der Stationen und Leitungen ist für Ende 2028 geplant.  

Gabreta-Graffito  

Um das Vorhaben sichtbarer zu machen, wurde die Übergabeschutzstation in Haidmühle künstlerisch gestaltet. Mit der Fassadengestaltung wurde die Firma ArtEfX beauftragt. Sie ließ sich von der Landschaft, dem umliegenden Wald und dem Projektvorhaben selbst inspirieren. Gabreta, die keltische Bezeichnung für den zusammenhängenden Waldgebirgsraum und steht symbolisch für das Partnerprojekt von Bayern und Tschechien. (rp)  

https://www.bayernwerk-netz.de 

https://www.egd.cz/